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Warum Finmas Reform der Bonusregeln niemandem weh tun!

In der Schweiz gelten ab 2010 schärfere Bonus-Regeln. Das hat die Finanzmarktaufsicht Finma am Mittwoch mitgeteilt.

Die Regeln sollen aber nur für die zwölf grössten Banken und Versicherungen verbindlich sein. Für die übrigen Institute sollen die Regeln als Richtlinien für die Lohnpolitik gelten, hieß es seitens der Behörde, die derzeit selbst wegen ihrer Rolle um die US-Steueraffäre der UBS in die Kritik geraten ist.

Das Vergütungssystem soll keine Anreize schaffen, unangemessene Risiken einzugehen. Neu sollen beispielsweise Boni nicht mehr nach der Höhe des erzielten Gewinns berechnet werden, sondern nach dem “wirtschaftlichen Erfolg”. Wer also künftig ein hohes Risiko eingeht und den gleichen Erfolg erzielt wie jemand mit geringerem Risiko, erhält einen kleineren Bonus.

Die Finma will keine Obergrenze für Löhne oder Vergütungen festschreiben. Dafür würden die rechtlichen Grundlagen fehlen. Doch sollen Boni nicht mehr in voller Höhe unmittelbar ausgeschüttet werden.

Topmanager sollen mindestens einen Teil ihrer Boni erst nach drei Jahre erhalten. Ausserdem können Unternehmen einen Malus einführen – das heisst: gesperrte Boni werden nicht ausbezahlt, wenn der Erfolg langfristig ausbleibt.

Welche zwölf Unternehmen die Regeln verbindlich sind, hat die Finma in ihrem Rundschreiben nicht bekannt gegeben. Angesichts ihrer Grösse sind sicher die Banken UBS, Credit Suisse, Zürcher Kantonalbank und die Raiffeisengruppe sowie der Versicherer Zürich und der Rückversicherer Swiss Re von den neuen Regeln betroffen.

An der Verbesserung der Transparenz in Form eines jährlichen Vergütungsberichts des Verwaltungsrats hält die Finma trotz Vorbehalten der Betroffenen fest. Der Vergütungsbericht soll gegenüber dem Markt und den Eigentümern offen gelegt werden. Dabei wird eine systematische Offenlegung der Vergütungsstrukturen für alle Mitarbeitenden gefordert. Namen müssen aber nicht genannt werden.

Der Bankenverband Swissbanking
lobte die abgeschwächten Bonus-Regeln. “Dies kommt vor allem den kleineren Banken in der heterogenen Schweizer Bankenlandschaft zu Gute”, teilte die Lobby mit.

Der Bankpersonalverband kritisiert das fehlende Mitspracherecht der Angestellten bei den Boni-Zahlungen. “Dass absolut nicht darüber verhandelt wird, ist nicht annehmbar”, sagte die Zentralsekretärin der Gewerkschaft, Denise Chervet.

Die Boni-Politik werde auch im kommenden Jahr aus dem Ruder laufen und es sei zu befürchten, dass die Angestellten trotz ihres grossen Einsatzes keine grossen Lohnerhöhungen erhielten. “Unser Ziel ist immer noch, dass der Bonus-Anteil zu Gunsten des fixen Lohnanteils reduziert wird”, so Chervet. Der Bankpersonalverband kritisiert zudem, dass die Finma keine Obergrenze für Boni-Zahlungen festgelegt hat.

Wegen der Reform der Boni-Regeln wird es wohl nicht zu einer großen Wechselorgie bei Bankern kommen. “Die Finma ist den beiden Grossbanken doch sehr weit entgegengekommen”, sagte ein Headhunter, der seinen Namen nicht nennen wollte.

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