☰ Menu eFinancialCareers

Madoff-Betrug könnte Schweizer Banken Milliarden kosten

Vom Betrugs-Skandal um den Ex-Chef der US-Technologiebörse Nasdaq, Bernhard Madoff, scheinen nicht nur Kunden der Genfer Privatbank Bénédict Hentsch, sondern auch solche der Luzerner Privatbank Reichmuth betroffen zu sein.

Am Samstag schätzte die Westschweizer Tageszeitung Le Temps, dass auf dem Finanzplatz Genf wegen der Betrugsaffäre bis 5 Mrd. Franken Verluste anfallen könnten.

Am Sonntag hiess es, dass durch die Machenschaften Madoffs auch Kunden in der Deutschschweiz betroffen wären. Am Wochenende legten einzelne Banken ihr für Kunden eingegangenes Engagement offen.

So sei ihr Anlagevehikel “Reichmuth Matterhorn” betroffen, teilte zum Beispiel das Luzerner Privatbank- und Vermögensverwaltungs-Institut am Wochenende auf seiner Homepage mit.

Dieser Dachfonds hat in Hedge-Fonds investiert, die mit Madoff zusammen gearbeitet hatten. Bei einem Totalverlust würde Reichmuth Matterhorn etwa 8,6% an Performance einbüssen.

Die betroffenen Fonds machten rund 3,5% der verwalteten Vermögen in Höhe von etwa 11 Mrd. Franken aus, teilte die Luzerner Privatbank mit. Damit wären Kundengelder im Volumen von rund 400 Mio. Franken betroffen. Die Bankbilanz sei vom Schaden jedoch nicht belastet.

Laut Medienberichten vom Wochenende sind weitere Schweizer Banken und Hedge-Fonds vom Skandal betroffen. Bereits vorher hatte die Genfer Privatbank Bénédict Hentsch bekannt gegeben, dass sie 56 Mio. Franken in Madoff-Anlagen investiert hätte, was weniger als fünf Prozent des verwalteten Vermögens entspreche.

Auch der Zürcher NPB Neue Privat Bank drohen Millionenverluste. Sie hat laut einer Mitteilung vom Sonntag rund fünf Mio. Dollar und damit weniger als ein Prozent der verwalteten Kundenvermögen in ein Zertifikat investiert, das sich auf einen von Madoff verwalteten Hedge-Fonds bezieht.

Die UBS hat ebenfalls in die Anlagevehikel von Madoff investiert, ein Sprecher bezeichnete das Engagement aber als “limitiert”, das Risiko daraus sei unbedeutend.

Die Credit Suisse hat zwar nach Angaben eines Sprechers nicht direkt in Madoff-Vehikel investiert, prüft aber derzeit, ob Kunden betroffen sind.

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier