Verkauft die Commerzbank ihr Schweizer Vermögensverwaltungsgeschäft?

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Die Commerzbank sucht offenbar nach einem Käufer für das Vermögensverwaltungsgeschäft in der Schweiz.

Ein Banksprecher verwies gegenüber Reuters auf Aussagen von Vorstandschef Martin Blessing, wonach sich das Institut nach der Übernahme der Dresdner Bank auf das Firmen- und Privatkundengeschäft in Deutschland und den Markt in Osteuropa konzentrieren wolle.

In der Schweiz beschäftigt die Commerzbank rund 400 Mitarbeiter, der Grossteil davon stammt von der Dresdner. Nach Berechnungen des Verbands der Auslandsbanken verwalteten die beiden Häuser Ende 2008 zusammen rund zehn Mrd. Euro. Grösster deutscher Vermögensverwalter in der Eidgenossenschaft ist dem Verband zufolge die Deutsche Bank mit 27 Mrd. Euro.

Gerüchten zufolge haben bereits viele Banker die Schweizer Commerzbank-Tochter verlassen und einen Teil der Kunden mitgenommen. "Der Aderlass bei den Kunden hält an. Sie fürchten wohl den Durchgriff des Staates", sagte ein Vertreter aus der Vermögensverwaltungsbranche.

Die Bundesregierung hatte die Commerzbank zu Jahresbeginn mit 18,2 Mrd. Euro unterstützt und hält seitdem eine Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie. Der zuständige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück greift die Schweiz wegen des Bankgeheimnisses seit Monaten an und dürfte das Engagement einer teilverstaatlichten Bank deshalb argwöhnisch betrachten.

Vor wenigen Wochen hat die EU-Kommission die von der Bundesregierung gewährten Staatshilfen nur unter der Auflage genehmigt, dass sich die Commerzbank von diversen Tochtergesellschaften trennt. Die Töchter in der Schweiz standen aber nicht auf der EU-Liste.

Im Zuge der Übernahme der Dresdner Bank Anfang des Jahres von der Allianz hat die Commerzbank bereits Aktivitäten in Japan und Brasilien aufgegeben. Das Geschäft in Japan, das einer der grössten Auslandsstandorte der Dresdner Bank im Investmentbanking war, soll grösstenteils abgewickelt werden. Teile des Brasiliengeschäft wurden verkauft.

Nicht nur die eidgenössischen Währungshüter sorgen sich um zu die richtige Bankengrösse. Kein anderer als Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat nun ebenfalls in diese Kerbe geschlagen. "Die Frage der Zukunft wird sein: Wie gross darf eine Bank sein, im Verhältnis zur Wirtschaftskraft des Landes, dass sie nicht 'too big to fail' ist?", sagte er während einer Medienveranstaltung in Frankfurt.

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