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Hat Ermotti die Spendierhosen an? Die traurige Wahrheit über die UBS-Ergebnisse

UBS-Chef Sergio Ermotti

UBS-Chef Sergio Ermotti

Auch bei der UBS rauschen die Gewinne lawinenartig zu Tale. So brach der Vorsteuergewinn im dritten Quartal um zwei Drittel auf 356 Mio. Franken ein, wie aus den am heutigen Dienstag (29. Oktober) vorgelegten Geschäftszahlen hervorgeht.

Besonders heftig traf es das Investmentbanking, wo der Vorsteuergewinn sogar um 68 Prozent auf schmale 251 Mio. Franken nachgab. Im Global Asset Management ging der Gewinn um 14 Prozent auf 118 Mio. Franken zurück und im Wealth Management Americas um 13 Prozent auf 202 Mio. Franken. Das übrige Wealth Management generierte ähnlich wie im Vorjahr einen Vorsteuergewinn von 555 Mio. Franken.

Ebenso wie bei anderen global agierenden Investmentbanken wird das UBS-Ergebnis von den Kosten von Rechtsrisiken verhagelt. So bildete der Schweizer Bankenriese allein im dritten Quartal Rückstellungen in Höhe von 586 Mio. Franken. Dennoch summiert sich der Vorsteuergewinn in 2013 bislang auf gut 2,8 Mrd. Franken.

Auf den ersten Blick scheint die UBS in den besseren Zahlen der ersten neuen Monate einen Anlass zu sehen, die Vergütungen über sämtliche Geschäftsbereiche deutlich anzuheben. So liess die UBS für jeden Mitarbeiter im Wealth Management von Januar bis September rein rechnerisch durchschnittlich 152.500 Franken springen – ein Plus von immerhin 24 Prozent gegenüber 2012. Im Wealth Management Americas ging es um 7 Prozent auf 210.400 Franken bergauf. Die Investmentbanker des Hauses können sich über ein Plus von 12 Prozent auf 263.000 Franken freuen.

Die UBS selbst warnt allerdings vor einer Fehlinterpretation der Geschäftszahlen. So seien die Pensionssysteme in 2012 umgestellt worden. Im Zuge dessen sei die gruppenweite Vergütung um rund 850 Mio. Franken zu gering ausgewiesen worden. Sobald man diesen Effekt herausrechnet, wäre der Personalaufwand pro Kopf lediglich um gut 1 Prozent auf exakt 131.368 Franken gestiegen – ohne Wealth Management Americas.

Auch die Entwicklung der Personalentwicklung gibt wenig Anlass zur Freude. Denn immerhin mussten in den vergangenen zwei Jahren 5300 Mitarbeiter ihren Hut nehmen. Insgesamt will die Bank bis zu 10.000 Stellen einsparen. Ende September beschäftigte der Konzern noch gut 60.600 Mitarbeiter.

„Unsere  Ergebnisse dieses Quartal sind ein weiterer Beleg dafür, dass unser Geschäftsmodell bei unterschiedlichen Marktbedingungen funktioniert. Vor einem Jahr haben wir entschieden, unsere Strategie noch schneller umzusetzen. Wir kommen dabei rascher voran als geplant“, sagte UBS-Chef Sergio Ermotti.

Wie sich die Mitarbeiterzahl auf die unterschiedlichen Geschäftsbereiche verteilt

Quelle: Analysten-Präsentation der UBS

Quelle: Analysten-Präsentation der UBS

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