Die wundersame Auferstehung des Gerhard Gribowsky: BayernLB-Skandalmanager setzt Karriere fort

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Auch fünf Jahre nach der Finanzkrise stellen verurteilte Banker eine Seltenheit dar. Eine Ausnahme ist der ehemalige Risikovorstand der BayernLB Gerhard Gribowsky. Der heute 55jährige wurde Ende Juni 2012 vom Münchner Landgericht „wegen Bestechlichkeit in Tateinheit mit Untreue und Tatmehrheit mit Steuerhinterziehung“ zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Gribowsky hatte vom Formel 1-Tycoon Bernie Ecclestone eine Schmiergeldzahlung von 50 Mio. Dollar angenommen und diese in der österreichischen Stiftung „Sonnenschein“ vor dem deutschen Fiskus versteckt.

Doch nur gut ein Jahr später darf der promovierte Jurist aus seiner Achtquadratmeter-Zelle in der Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim (JVA) ausziehen. Laut dem JVA-Abteilungsleiter Frank Diekmann habe Gribowsky wegen guter Führung seit August stundenweise Ausgang und sei Anfang Oktober in ein Freigängerhaus verlegt worden.

Der Banker habe sich „beanstandungsfrei“ verhalten, sagte Diekmann der Süddeutschen Zeitung. „Die Aussenbeschäftigung, Freigang und Ausgang sind nur zulässig, wenn der Gefangene für diese Massnahme geeignet ist, insbesondere ein Missbrauch nicht zu befürchten ist.“

Unterdessen kann Gribowsky auch an seine unterbrochene Karriere wieder anknüpfen. „Im Rahmen einer Freigangsregelung hat Herr Dr. Gerhard Gribowsky eine Tätigkeit im Strabag Konzern aufgenommen“, bestätigte eine Sprecherin des österreichischen Baukonzerns. Von München aus solle der ehemalige BayernLB-Manager die Strukturierung der Firmenabläufe einer Strabag-Tochter in Deutschland begleiten.

Vor seiner Verhaftung im Januar 2011 sass Gribowsky selbst im Strabag-Aufsichtsrat. Die dort geknüpften Kontakte scheinen immer noch belastbar zu sein. So schickte Strabag vor einigen Monaten Gribowsky an seine damalige Adresse in der JVA München-Stadelheim ein Jobangebot, das dieser kaum ausschlagen konnte.

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