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2008 – Der globale Finanzorkan zieht fast spurlos an der Schweiz vorbei

Die im Sommer vergangenen Jahres ausgebrochene Finanzkrise hat trotz robuster Konjunktur auch in der Schweiz Spuren bei den Banken hinterlassen. Hatten eidgenössiche Institute ihren Personalbestand trotz US-Hypothekenkrise bis Ende 2007 auf 109.000 “Vollzeitäquivalente” (plus 4,4 Prozent) aufgestockt, traten sie im Laufe dieses Jahres auf die Bremse.

Laut Umfrage der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) wuchs der Personalbestand im ersten Halbjahr 2008 noch um 1,2 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartete die Bankenlobby noch ein Personalplus von einem Prozent.

Das Privatkundengeschäft und das Private Banking waren die Bereiche, wo die Banken die meisten Stellen schufen. Weniger positiv präsentiert sich die Situation im institutionellen Geschäft und im Handelsgeschäft, heißt es im Bankenbarometer der SBVg.

Statistisch gesehen herrscht in der Bankenbranche Vollbeschäftigung. Ende November waren 2.462 Banker arbeitslos gemeldet – das entspricht einer Arbeitslosenquote von 1,8 Prozent. Bei Versicherungsleuten waren es sogar nur 638, damit lag die Arbeitslosenquote bei unglaublich niedrigen 1,1 Prozent.

Von eFinancialCareers befragte Headhunter waren mit dem Geschäft im abgelaufenen Jahr dennoch nicht restlos zufrieden. “Banken liefen schlecht, Versicherungen dagegen gut”, sagte eine Rekruterin aus Zürich, die anonym bleiben wollte.

Ihr Büro habe vor allem vom Umzug einer Versicherung profitiert, die die Konzernzentrale verlagerte und diverse Zentralfunktionen – vom Leiter der Personalabteilung bis zu diversen Controlling-Positionen – neu besetzen musste.

Dagegen zeigte sich Gerold Guggenbühl mit 2008 zufrieden. Zwar habe auch sein Unternehmen Guggenbühl & Bächer Recruitment AG – in den vergangenen Monaten die Krise gespürt, aber die meisten Banken verstärkten sich weiter “punktuell”, sagte der auf Treasury-, Trading- und Sales-Positionen spezialisierte Headhunter. Guggenbühl & Bächer Recruitment AG

Ohnehin habe die Krise nicht alle Banken gleich stark getroffen, so Guggenbühl. Vor allem Kantonalbanken und Raiffeisenbanken hätten die Gunst der Stunde genutzt und die krisengeschüttelten Grossbanken “frontal angegriffen”.

Den größten Kahlschlag verzeichneten die beiden Grossbanken. Angesichts milliardenschwerer Verluste im Investmentbanking begannen UBS und Credit Suisse ihre Auslandsaktivitäten in diesem Bereich zurückzufahren.

Bis vor kurzem mussten vor allem die Mitarbeiter im Ausland die Krise ausbaden. Da in den Investmentbanking-Zentren in New York und London die milliardenschweren Verluste angefallen sind, und die Mitarbeiter in den angelsächischen Ländern gleichzeitig keinen Kündigungsschutz genießen, wurden dort mehrere tausend Mitarbeiter im Laufe des Jahres entlassen.

Derweil erlebte das Private Banking eine Renaissance. Wenn eine Berufsgruppe im vergangenen Jahr gesucht war, dann der klassische Kundenberater mit einer Nase für den Vertrieb von Finanzprodukten für die betuchte Klientel. “Gute Leute sind in diesem Bereich immer gesucht”, bestätigt Headhunter Guggenbühl.

Die Trendwende zeichnet sich dagegen bei Hedgefonds ab. Während Branchenprimus Man Group trotz Finanzkrise und geschrumpfter Vermögenswerte in der Schweiz zahlreiche Stellen geschaffen hat, mussten die Julius-Bär-Tochter GAM und Jabre Capital Partners erste Mitarbeiter entlassen.

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