Rudolf Elmer gegen Bankgeheimnis

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Ein Mann gegen das Bankgeheimnis - so liest sich die Geschichte von Rudolf Elmer oder zumindest das, was davon in der Presse steht. Vergangene Woche reichte der ehemalige Manager der Bank Julius Bär vor dem europäischen Menschengerichtshof in Strassburg eine Klage gegen die Schweizer Gesetzgebung rund um das Bankgeheimnis ein.

Laut Elmer gestatte diese Gesetzgebung den Schweizer Banken eine geradezu kriminelle Unterstützung für "white collar crimes" wie Steuervergehen, berichtete unter anderem die "Financial Times".

Elmer selbst liegt schon länger mit Julius Bär im Clinch. Er arbeitete für die Bank bis 2002 in der Dependance auf den Cayman Islands. Anschliessend kam es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen, Elmer wurde gemäss Angaben der "NZZ" angeblich sogar von Privatdetektiven beobachtet.

Redefreiheit höher gewichtet

Anfang 2008 stellte er der Internetsite www.wikileaks.org diverse Dokumente zu der Banktätigkeit auf den Cayman Islands zur Verfügung. Damit wollte er gewisse Praktiken öffentlich machen. Dies untersagte auf Ersuchen von Julius Bär vorübergehend ein Gericht, doch nach grossem öffentlichen Protest wurde die in der amerikanischen Verfassung verankerte Redefreiheit wieder höher gewichtet als die Bedenken der Bank.

Dem Strassburger Gericht will Elmer nun Dokumente vorlegen, die belegen sollen, dass die Bank Julius Bär um die Begünstigung von Steuerhinterziehungen wusste. Ausserdem wendet er sich gegen die Schweizer Rechtsprechung, die mit Berufung auf das Bankgeheimnis anonyme Zeugen zulässt, was einem Prozess nach international anerkannten Menschenrechtsnormen zuwiderläuft.

Julius Bär klagt wiederum gegen Elmer wegen Diebstahls und anderer Vergehen. Einen Kommentar zur Klage Elmers in Strassburg gab die Bank dem englischen Finanzblatt nicht.

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