Finanz-Nachwuchs dringend gesucht

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In drei bis fünf Jahren wird ein ernsthafter Mangel an Finance Nachwuchs erwartet, laut Deloitte-Studien. Die Unternehmen kämpfen daher härter um den Nachwuchs.

Der Kampf um Finance-High Potentials verschärft sich. Im Gegenzug müssen diese jedoch auch ständig höhere Anforderungen erfüllen, da in den Finanzressorts immer mehr strategisch einsetzbare Qualifikationen gefragt sind. Um hier die besten Nachwuchskräfte für sich gewinnen zu können, müssen Unternehmen gute Karrierechancen, ein optimales Arbeitsumfeld sowie interessante Weiterbildungsmöglichkeiten bieten.

Wie die aktuelle Deloitte-Studie "Finance Talent Challenge" zeigt, kann das für die CFOs schwierig werden: Einerseits befinden sie sich selbst noch in der Transformationsphase hin zu einer stärker wertschaffenden Rolle im Unternehmen, andererseits sind sie erst in dieser Rolle für High Potentials richtig attraktiv.

"Ging es bislang für den CFO hauptsächlich darum, die Unternehmensfinanzen zu überblicken und zu kontrollieren, so muss er sich zukünftig entscheidend an der Strategieentwicklung und -umsetzung beteiligen, wie eine weitere Untersuchung aus unserem Hause zum Thema Strategy Execution zeigt", erläutert Christoph Greving, Partner CFO Services bei Deloitte. "Laut dieser Studie benötigt er hierfür insbesondere Mitarbeiter, die strategisch denken können und analytisch begabt sind."

Wettlauf um Talente

Um die Vorteile eines innovativ ausgerichteten Finanzressorts ausschöpfen zu können, müssen Unternehmen über entsprechende Experten verfügen. Der Wettlauf um Talente ist in vollem Gange und verlangt von den CFOs eine präzise Strategie zur Identifizierung und Anwerbung von High Potentials.

Die Finanzressorts haben jedoch mehrheitlich noch grosse Probleme, ihren Nachwuchs zu entwickeln. Knapp die Hälfte der Befragten erwartet in spätestens drei bis fünf Jahren einen ernsthaften personellen Engpass. Nur wenige der untersuchten Unternehmen verfügen bereits über pro-aktive Strategien zur gezielten Identifikation und Ansprache talentierter Generalisten mit Finanzexpertise. Am häufigsten werden derzeit Headhunter genutzt. Allerdings zeichnet sich ein neuer Trend ab: Aus Vorsorge engagieren einige CFOs verfügbare Talente sofort - selbst wenn kein aktueller Bedarf besteht.

Das Problem: Der Finanzbereich gilt bei Hochschulabgängern nicht unbedingt als idealer Ausgangspunkt für den Karrierestart. Das Bild des "Erbsenzählers" mit begrenzter Perspektive hält sich hartnäckig. Um diesem Phänomen zu begegnen, müssen im Finanzressort konkrete Angebote zur Karriereplanung aufgezeigt werden - was laut Befragung bei weniger als der Hälfte der Unternehmen der Fall ist. Einige CFOs bieten spezielle Förder- und Aufbauprogramme für Hochschulabsolventen, aber massgeblich für die Attraktivität sind letztlich ein inspirierendes Arbeitsumfeld, ein hohes Mass an Eigenverantwortung und ein möglichst gefächertes, bereichsübergreifendes Tätigkeitsspektrum.

"Gerade die bereichsübergreifende Tätigkeit ist für die an Finanzen interessierten High Potentials eines der entscheidenden Argumente. Ihre Möglichkeiten sollten nicht auf das Finanzressort beschränkt bleiben, sondern weit in das gesamte Unternehmensmanagement hineinreichen. So können sie Erfahrungen sammeln und ihre Fähigkeiten optimieren. Bewährt haben sich hier insbesondere Rotationsprogramme, die den Horizont der Betroffenen deutlich erweitern können", erklärt Greving. "Klar ist: Unternehmen sollten daran interessiert sein, dass der Pool an Talenten möglichst gross ist - und ihren Anteil dazu beitragen."

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