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Ein größeres Stück vom Hedge Fonds-Kuchen für die Schweiz

Als wahrer Hedge Fonds-Schreck hat sich der britische Finanzminister Alistair Darling in der jüngsten Vergangenheit erwiesen. Laut den Plänen der Labour-Regierung soll der Spitzensteuersatz für Einkommen über 150.000 Pfund (ca. 253.000 SFr.) von 40 auf 50 Prozent steigen, was auch die hochdotierten Manager der Risikofonds betrifft.

Daher sagen diverse Analysten einen wahren Exodus von Hedge Fonds-Managern in die Schweiz voraus, wo der Fiskus deutlich weniger zugreift. Doch der prognostizierte Umzug fällt aus Schweizer Perspektive etwas geringer aus: “Das tröpfelt nur ein bisschen”, sagt Matthäus Den Otter von der Swiss Funds Association.

Die Vorteile der Eidgenossen:

Dennoch sieht Den Otter Chancen als Hedge Fonds-Standort: “Die Schweiz kann sich ein Stück vom Kuchen abschneiden.” Dabei sei ein Auswanderungsentscheid niemals allein steuerlich motiviert. Vielmehr gibt es weitere wichtige Gründe, die für die Schweiz sprechen:

1) Die Steuern in Genf belaufen sich auf ca. 24 Prozent; in anderen Kantonen wie beispielsweise Zug fällt der Obolus an den Fiskus noch niedriger aus.

2) Wichtig sei auch die Life-Style Frage. “Es gibt Leute, die haben einfach genug von London”, ergänzt Den Otter.

3) Ein Vorzug bestehe in der zentralen Lage der Schweiz, wodurch die Märkte auf dem Kontinent schneller erreichbar sind als von der britischen Insel.

4) Überdies sei die vergleichsweise geringe Regelungsdichte ein großer Vorteil des Standortes Schweiz, ergänzt Den Otter. Da sich die Rahmenbedingungen anderswo verschlechtert haben, steige die Wettbewerbsfähigkeit der Eidgenossen.

Doch auch die Nachteile wiegen schwer

Die schweizer Tageszeitung Tribune de Genève neben den großen Fragen der Finanzwelt einige alltäglichere Probleme für die Einwanderung nach Genf ermittelt:

1) Der Immobilien-Markt in der Stadt am Genfer See ist äußert angespannt. Entweder ist kaum etwas zu bekommen oder die Preise sind horrend.

2) Die Auswahl der Talente mit Finanzhintergrund ist geringer als in London. Darüber hinaus dürfte es für das Personal aus dem Backoffice noch schwieriger werden, eine bezahlbare Unterkunft zu finden.

3) Die Plätze an englischsprachigen Schulen in Genf ist ebenfalls ein ernsthaftes Problem. In der Region soll ein Bedarf von mindestens 700 zusätzlichen Plätzen bestehen.

4) Außerdem hängt noch das Damoklesschwert einer geplanten EU-Direktive zur Regelung der Hedge Fonds über Genf. Denn die EU diskutiert den Vertrieb derartiger Finanzvehikel in der Gemeinschaft nur zu erlauben, wenn auch das Management dort angesiedelt ist.

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