☰ Menu eFinancialCareers

Bank feuert Mitarbeiter nach Betrugsanklage in den USA

Paukenschlag bei der Neuen Zürcher Bank (NZB): Das Institut hat sich fristlos von einem Mitarbeiter getrennt – zuvor hatte die Bank über die Medien erfahren, dass die USA gegen ihren Angestellten Anklage erhoben habe. Das bestätigte eine Sprecherin in einem Radiointerview.

Der 51-jährige Mann wurde am Donnerstag gemeinsam mit einem Schweizer Rechtsanwalt in den USA wegen Verschwörung zum Zweck des Steuerbetruges angeklagt.

Der Betroffene war 2002 von der UBS zur NZB gewechselt und seither für die Leitung des Private Banking bei der NZB verantwortlich. Die NZB hatte seit 2002 als externe Vermögensverwalterin unter anderem auch US-Kunden betreut, wobei die Depotverwaltung in den Händen von verschiedenen Schweizer Banken lag.

Auf Grund der veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen habe die NZB im Frühling 2009 entschieden, das Private Banking mit US-Kunden aufzugeben. NZB-Kunden aus den USA mit möglicherweise nicht deklarierten Vermögen seien aufgefordert worden, bis zum kommenden 23. September bei der US-Steuerbehörde IRS eine Selbstanzeige zu machen. Die Frist der IRS zur freiwilligen Selbstanzeige im Austausch gegen eine Strafermässigung läuft an diesem Tag ab.

Mit dem Entscheid der NZB, das Private Banking aufzugeben, habe der nun in den USA angeklagte NZB-Manager im Frühling 2009 die Leitung des Private Bankings abgegeben. Zudem sei er zu diesem Zeitpunkt auch aus der NZB-Geschäftsleitung ausgetreten und habe aus eigenen Stücken per Ende September die Bank verlassen wollen. Zur Anzeige in den USA, zu den Vorwürfen und zum laufenden Prozess werde die NZB keine weitere Auskunft geben.

Die USA werfen dem Banker und dem mitangeklagten Juristen vor, US-Bürger beim Steuerbetrug geholfen zu haben. Zwei Klienten, darunter der US-Unternehmer Jeffery Chernick, waren kürzlich in den USA wegen Steuerbetruges angeklagt worden.

In der Schweiz läuft in diesem Zusammenhang ein Verfahren der Bundesanwaltschaft gegen Unbekannt wegen Verdachts auf Amtsgeheimnisverletzung und Verdachts der Bestechung eines schweizerischen Amtsträgers.

Chernick hatte in seinem Schuldbekenntnis vor einem Gericht in Florida angegeben, dass sich ein hoher Beamter des Departementes von Bundespräsident Hans-Rudolf Merz mit Hilfe des Bankers und des Anwalts für vertrauliche Informationen über UBS-Kundendaten mit 45.000 Dollar habe schmieren lassen.

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier