Gewerkschaften stellen angekündigten UBS-Kulturwechsel in Frage

eFC logo

Vorstandschef Oswald Grübel will eine "neue UBS" formen. Spätestens in fünf Jahren soll die Bank wieder so stark und profitabel sein wie einst, verkündete der seit dem Frühjahr amtierende Konzernchef, am jüngsten Investorentag.

Für die nähere Zukunft versprach der frühere Credit-Suisse-Lenker aber kaum Positives: "Wir werden kurzfristig keine befriedigende Lösung finden", sagte er. Die "fundamentale Transformation" der Bank werde nicht einfach, sondern "schmerzlich" werden.

Die Grossbank will über die nächsten drei bis fünf Jahre einen jährlichen Vorsteuergewinn von rund 15 Mrd Franken, ein Aufwand-Ertragsverhältnis von 65 bis 70 Prozent und eine Eigenkapitalrendite von 15 bis 20 Prozent erzielen.

Damit sind die Ziele ehrgeigiger, als es die meisten Analysten erwartet haben. "Zentral ist, dass das UBS-Management die Glaubwürdigkeit hat, dass die Ziele auch erreicht werden können", sagte Sarasin-Analyst Rainer Skierka.

Am Rand der Veranstaltung erklärten UBS-Vertreter denn auch, der Kulturwandel in der Bank sei bereits spürbar. Doch wie viel ist davon bei den Bankern an der Basis zu spüren? Bisher wenig - zu diesem Urteil führt eine Nachfrage bei den Personalverbänden.

"Die Stimmung bleibt gedrückt", sagte Denise Chervet, Zentralsekretärin des Bankpersonalverbands. "Noch dominieren die Sorgen". Belastend wirke vor allem die Unsicherheit über weitere mögliche Restrukturierungen und damit auch Entlassungen. Chervet stellt dennoch eine "grosse Loyalität" der UBS-Beschäftigten zu ihrer Bank fest.

Eine Aufbruchstimmung an der Basis der UBS beobachtet auch Barbara Gisi nicht, sie ist Leiterin Angestelltenpolitik beim KV Schweiz. Auch sie berichtet von einer anhaltenden Unsicherheit bei den UBS-Bankern und einer "gedrückten Stimmung".

Gisi führt das ebenfalls auf Ängste zu weiteren Umstrukturierungen zurück. Es gebe zwar jene, die an die glänzende Zukunft glauben, doch bei anderen mache sich zunehmend eine Resignation breit. Immerhin sei das Bemühen der Bankspitze, die Kultur zu wandeln, deutlich spürbar, sagt die Vertreterin des SKV.

Doch eine Kultur könne man nun mal nicht wechseln wie ein Hemd, ergänzte sie. Bisher habe die Bank erst hehre Grundsätze verkündet. Jetzt müssten erst einmal Taten folgen, um auch das Vertrauen der eigenen Leute wiederzugewinnen.

Beliebte Berufsfelder

Loading...

Jobs suchen

Artikel suchen

Close