Gute Zeiten - Schlechte Zeiten, das war 2007

eFC logo

Das Jahr geht dem Ende zu und Fachleute ziehen Bilanz. Die fällt insgesamt sehr positiv aus. Doch es gibt einige Wermutstropfen.

Zuerst die guten News:

Fast keine schlechten Nachrichten

Die befragten Headhunter werden 2007 sehr gut in Erinnerung behalten. Serge Humbert-Droz, Niederlassungsleiter Zürich bei oprandi & partner, zieht ein positives Fazit: "2007 war ein hervorragendes Jahr. Aus unserer Sicht können wir keine Flops identifizieren". Ebenso schwärmt Stefan Visentin: "Im grossen Ganzen war es ein fantastisches Jahr", sagt der Niederlassungsleiter von Michael Page in Zürich. Auch Gian Reto Schmid von Revival Consulting schlägt in die gleiche Kerbe. Richtig schlecht ist seiner Meinung nach "eigentlich nichts" gelaufen. Rundherum gebe es nur positive Stimmen zum auslaufenden Jahr.

Top-Performance in Asset Management und Private Banking

Besonders gut entwickelten sich 2007 die Stellenvermittlungen ins Asset Management und Private Banking. Dort waren laut Humbert-Droz Spezialisten sehr gefragt und entsprechend sind die Saläre angestiegen. Auch Klaus Biermann von Smith & Jessen Headhunters in Zürich bestätigt die durch das Jahr hinweg hohe Nachfrage nach Kundenbetreuern und Vermögensverwaltern. Gerold Guggenbühl von Guggenbühl & Bächer Recruitment stellt fest, dass auch viele kleine Vermögensverwalter hohen Personalbedarf haben und speziell Portfoliomanager suchten. Diese selbstständig arbeitenden Unternehmer hätten viele Kunden gewonnen, die teils nach Fusionen in der Bankenwelt abgewandert sind.

Corporate Finance gut, Hedge-Funds gehalten

Ebenfalls gute Entwicklungen gab es gemäss Biermann in den Produktsparten Aktienderivate und strukturierte Produkte. Ferner wurde im Corporate Finance-Geschäft deutlich ausgebaut. Bei den Hedgefunds war gemäss Biermann eine gehaltene Entwicklung zu erleben, da die Turbulenzen zum Jahresende recht belasteten.

Auch abseits der Finanzbranche scheint die Sonne

Allgemein geht es der Schweizer Wirtschaft gut. Für 2007 wird ein deutliches Wachstum bis über 2 % erwartet. Laut Visentin hat es in Industrie- und vor allem Technologiefirmen besonders viel Dynamik gegeben. "Da wird es auch weiterhin gut laufen", sagt er. Die Wachstumsmentalität hat sich mittlerweile überall verbreitet.

Hier lief es 2007 nicht ganz so rund:

Finanzplatz Zürich im internationalen Vergleich etwas geschwächt

Eine grundlegende Entwicklung scheint das freudige Bild des Jahres 2007 leicht zu überschatten. Der Finanzplatz Zürich hat im internationalen Vergleich keine ganz so starke Position eingenommen wie London, Frankfurt und andere Finanzplätze. "In Sachen Salärerwartungen, Topjobs und High Potentials ist es schwieriger geworden, weil anderswo die Packages attraktiver sind", berichtet Humbert-Droz. Ausgeprägt habe man dies bei der IT sehen können. Nach teils hohen Lohnsummen in den 90er Jahren wird nun weniger bezahlt und im internationalen Vergleich fällt Zürich beispielsweise bei Top-Programm- und Projektleitern zurück.

Hohe Subprime-Abschreiber

"Schade" findet Stefan Visentin die hohen Abschreiber bei der UBS und der Swiss Re, die den Finanzkonzernern das Jahr verhagelten. Vor allem die UBS werde jetzt einige Zeit brauchen, um das ramponierte Image wieder zu reparieren. Die Folgen seien derzeit schwer abzuschätzen, stellt Gerold Güggenbühl fest. Sollte es noch mehr schlechte Nachrichten geben, erwartet er Auswirkungen im Personalmarkt. Im Gefolge des Themas übergibt Klaus Biermann den schwarzen Peter 2007 den Sparten Fixed Income und Structured Credits. Erst Ende 2008 rechnet er wieder mit mehr Bewegung im diesbezüglichen Stellenmarkt.

Beliebte Berufsfelder

Loading...

Jobs suchen

Artikel suchen

Close