Ehemalige Silvia Quandt & Cie: Westend Brokers streicht Aktienresearch zusammen

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Die Abbauwelle im Aktienresearch kommt jetzt auch bei der Investmentboutique „Westend Brokers“ in Frankfurt an. Erst im November war die ehemalige Silvia Quandt & Cie AG in Westend Brokers umbenannt worden. Jetzt berichtet eine mit dem Vorgang vertraute Person, dass die Investmentboutique ihr Aktienresearch „nachhause“ geschickt habe. Das übrige Brokerage-Geschäft des Unternehmens soll ebenfalls von Abbaumassnahmen betroffen sein.

Ein Unternehmenssprecher bestätigte indes lediglich einen Jobabbau im Research. „Von etwa 10 Mitarbeitern werden die Hälfte abgebaut. Damit wird die Mitarbeiterzahl an die neuen Strukturen angepasst“, sagte der Unternehmenssprecher. Ein weiterer Personalabbau sei aktuell nicht geplant.

Westend Brokers bzw. Silvia Quandt & Cie zählte viele Jahre zur Angermayer, Brumm und Lange Unternehmensgruppe (ABL), die erst im Oktober aufgelöst worden war. Silvia Quandt & Cie ging dabei an den Finanzinvestor PVM Private Values Media AG, der dem Unternehmen eine Restrukturierung verordnete.

Branchenbeobachter sehen in der Auflösung der ABL-Gruppe auch den Grund für die Umbenennung der Silvia Quandt & Cie in Westend Brokers. Bereits im Oktober wurde die Tochtergesellschaft Silvia Quandt Capital Markets (Schweiz) AG veräussert.

Doch ganz so dramatisch scheint es um das Unternehmen nicht zu stehen. So generierte Silvia Quandt & Cie im ersten Halbjahr noch einen Vorsteuergewinn von 0,8 Mio. Euro. Insgesamt beschäftigte das Unternehmen Ende November noch 40 Mitarbeiter in Frankfurt, München und Lonodon.

Aus dem Aktiengeschäft haben sich in der Vergangenheit bereits andere namhafte Unternehmen zurückgezogen. Der prominenteste Fall in Deutschland dürfte die Hypo Vereinsbank sein, die das Geschäft mit europäischen Aktien an Kepler Capital Markets abgab.

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