Bewerbern fehlt es an Qualität

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Personalverantwortliche bemängeln die Qualität von vielen Bewerbern. Insbesondere soziale Kompetenz und Persönlichkeit fehlen.

Die aktuelle Human Resource (HR)-Studie der Kienbaum Management Consultants GmbH zeigt: Personalverantwortliche sind unzufrieden mit der Qualität derjenigen, die sich bei ihnen bewerben. 70% der befragten Personaler sind demnach der Meinung, dass sich die Bewerberqualität gegenüber dem Vorjahr - wo sie bereits deutlich bemängelt wurde - nicht verändert hat. 21% sind sogar der Meinung, die Qualität hätte sich noch verschlechtert.

Fachliche Defizite wie eine unzureichende Ausbildung oder fehlende Berufserfahrung bemängeln 21 bzw. 34% der Personalverantwortlichen bei den Jobanwärtern. Doch diese Kompetenzen sind nicht alles: "Personalverantwortliche setzen bei der Einstellung zunehmend auch auf die soziale Kompetenz der Bewerber und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit", so Walter Jochmann, Geschäftsführer von Kienbaum. Doch hier sieht es erst recht schlecht aus: Beinahe die Hälfte der befragten HR-Manager sehen bei den Soft Skills wie soziale Kompetenz (45%) und Persönlichkeit (42%) die grössten Mängel der Bewerber.

Die von Jochmann angesprochene Möglichkeit zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit ist auch für Sven Hennige, Senior Regional Director beim Personaldienstleistungsunternehmen Robert Half Finance & Accounting, ein wichtiger Punkt, der seiner Meinung nach für viele Personaler ebenso hohe Relevanz hat wie die eigentlichen Inhalte des Vorstellungsgesprächs: "Denn im persönlichen Gespräch geht es vor allem darum, ob die Persönlichkeit des Kandidaten zum Unternehmen passt", so Hennige.

Bewerber stellen Ansprüche

Während die Qualitäten der Bewerber also aus Sicht der Personalverantwortlichen rückläufig sind, bemerken diese gemäss der Kienbaum-Studie eine deutlich gestiegene Anspruchshaltung der Bewerber. Interesse, Leistungsmotivation und die Bereitschaft, sich für das Unternehmen flexibel und mobil zu engagieren, fehlen hingegen.

So sehen 64% der von Kienbaum befragten Personalleiter die mangelnde Verfügbarkeit geeigneter Kandidaten als ausschlaggebendes Hindernis bei Neueinstellungen. Dennoch wollen die befragten Unternehmen ihre Mitarbeiteranzahl in diesem Jahr um etwa 7% ausbauen.

Diese gestiegene Nachfrage führt dann auch wohl dazu, dass die Arbeitnehmer dennoch nach Meinung rund der Hälfte der Personaler höhere Gehälter erzielen können und eine grössere Verhandlungsstärke haben als früher.

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