Branche erklärt IV: Alternative Investments – wo richtig Geld verdient wird

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Gewöhnliche Investments finden üblicherweise in den Aktien-, Anleihen- oder Geldmarkt statt, wobei es um die Generierung von Zinsen und Dividenden sowie um Wertsteigerungen im Laufe der Zeit geht.

Dagegen decken alternative Investments ein breiteres Spektrum von Anlagevehikeln ab: Von Immobilien bis hin zu Wein und Kunstgegenständen. Doch hier wollen wir uns auf Hedge- und Private Equity-Fonds beschränken. Dabei investieren Hedgefonds-Manager auch in Aktien- und Anleihemärkte. Während klassische Fondsmanager in der Hoffnung investieren, dass die Kurse steigen, verfolgen Hedgefonds Strategien, mit denen sie auch in fallenden Märkten Geld verdienen können.

Dagegen investieren Private Equity-Fonds in Unternehmen, die nicht an der Börse gehandelt werden, dabei kann es sich um kleine, noch junge Unternehmen handeln (daher auch der Name Venture Capital) bis zu Investments in grössere, etablierte Unternehmen (die Buyout-Fonds), wobei in der Regel Fremdkapital zum Kauf der Unternehmen verwendet wird.

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Laut dem „Bloomberg Markets Magazin" handelt es bei den Hedgefonds mit dem den höchsten verwalteten Vermögen um Bridgewater Associates, Man Group, J.P. Morgan Asset Management, Brevan Howard und Och-Ziff Capital Management.

Der grösste Private Equity-Fonds stellt laut dem Branchemedium „Private Equity International“ TPG mit eine Kundenvermögen von rund 50 Mrd. Dollar dar. Andere bekannte Branchennamen sind Blackstone Group, Kohlberg Kravis Roberts (KKR), Goldman Sachs Principal Investment und die Carlyle Gruppe.

Stellen und Karrierewege

Im Frontoffice eines Hedgefonds gibt es drei Schlüsselbereiche: Analyse, Sales and Marketing sowie Trading. Analysten untersuchen Unternehmen, Märkte und Finanzprodukte, in die die Hedgefonds investieren – sie generieren oftmals auch die Anlageideen. Sales und Marketing versuchen Investoren zu überzeugen, in den Fonds zu investieren. Die Trader setzen die Empfehlungen der Analysten um und platzieren Trades.

In einem Private Equity-Fonds beginnt man für gewöhnlich als Analyst und sucht nach lukrativen Anlagemöglichkeiten. Von hier aus können Sie sich zu einem Principal weiterentwickeln, der darüber nachdenkt, ob es sich lohnt, mögliche Deals weiterzuverfolgen und der die rechtlichen Probleme ausräumt. An der Spitze befinden sich die Originator, die üblicherweise Partner des Private Equity-Unternehmens sind, die gute Deals aufspüren und den Überblick bewahren.

Allerdings werden von solchen alternativen Investmentvehikeln oftmals kaum Hochschulabsolventen eingestellt. Denn normalerweise werden Erfahrungen im Investmentbanking und ein MBA oder ein ähnlicher Abschluss bereits vorausgesetzt.

Vergütung

Anforderungsprofil

Hedgefonds stellen traditionell nur wenige Absolventen ein – allerdings verfügt eine wachsende Zahl über Programme, die der Einstellung von Nachwuchskräften dienen. Helen Ogilivie vom Talent und Recruitment Management der Man Group  sagt, dass das Unternehmen „eine relativ kleine Zahl von ehrgeizigen Personen einstellt“. Mit Hinblick auf eine Karriere in der Hedgefondsbranche erzählt Ogilivie: „Absolventen müssen gut mit Zahlen umgehen können und aktives Interesse an den Finanzmärkten mitbringen.“

Falls Sie indes ins Private Equity-Geschäft einsteigen möchten, dann benötigen Sie erste Berufserfahrungen in verschiedenen Branchen, hochentwickelte mathematische Kenntnisse und Sie müssen in der Lage sein, ein gutes Verhältnis zu Managementteams, Beratern und Branchenexperten aufzubauen, wie KKR Europe-Personalchefin Sandra Ozola erläutert.

„Unsere Investmentprofis müssen attraktive Investmentchancen identifizieren, Markt- und Branchendaten sammeln und auswerten sowie ausführliche Analysen von möglichen Investments erarbeiten, wozu auch die Nutzung von Finanzmodellen gehört“, ergänzt Ozola.

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