Banken rechnen mit weiter sinkenden Mitarbeiterzahlen

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Die jährliche Beschäftigungsbefragung der Schweizerischen Bankenvereinigung (SBVg) ist für das erste Halbjahr ernüchternd ausgefallen. Die Zahl der Vollzeitstellen sank von Januar bis Juni um 1.784 (1,7 Prozent) gesunken.

Nur 18 Prozent der befragten Institute will den Personalbestand ausbauen; dabei handelt es sich überwiegend um kleinere und mittelgrosse Banken. Dagegen rechnen die meisten grösseren Banken mit einem anhaltenden Einstellungsstopp oder weiterem Stellenabbau.

Anhand der SBVg-Umfrage und der Brancheneinschätzung muss mit einem Beschäftigungsrückgang für das Gesamtjahr von etwas mehr als zwei Prozent gerechnet werden.

Vor allem im Handelsgeschäft und im Back-Office Bereich möchten deutlich mehr Institute den Beschäftigungsbestand abbauen, als neue Stellen schaffen. Im institutionellen Geschäft wollen nur noch neun Prozent der befragten Institute Mitarbeiter einstellen. Dagegen sieht die Lage im Retail Banking, aber vor allem im Private Banking deutlich besser aus. Hier erwägt jede dritte Bank, den Personalbestand auszubauen.

Nicht ganz so optimistisch, aber stabil präsentierten sich die Antworten für das Retail Banking. 74 Prozent der Insitute rechnen mit einem unveränderten Personalbestand in diesem Bereich, 17,4 Prozent denken über einen Ausbau nach, lediglich 8,7 Prozent an einen Abbau.

Trotz Finanzkrise hatten die Banken in der Schweiz ihren Mitarbeiterbestand netto um 1.323 Vollzeitstellen (1,2 Prozent) erhöht.

Das kräftigste Mitarbeiterwachstum verzeichneten die Privatbankiers (plus 10,7 Prozent) und die Raiffeisenbanken (plus 6,3 Prozent). Dagegen haben die beiden krisengeschüttelten Grossbanken UBS und Credit Suisse den Personalbestand um 1.143 (minus 2,6 Prozent) verringert.

Grösste "Neueinsteller" waren 2008 übrigens die Auslandsbanken mit einem Zuwachs von 1.571 Vollzeitpositionen (plus 7,8 Prozent). Neben den Privatbankiers und Raiffeisenbanken legten auch die Regionalbanken und Sparkassen zum ersten Mal seit 2000 wieder zu.

Die Grossbanken sind trotz des Stellenabbaus im vergangenen Jahr aber weitere mit Abstand

der wichtigste Arbeitgeber am Schweizer Finanzplatz.

Rund 39 Prozent der Bankangestellten arbeiten entweder bei UBS oder Credit Suisse. In den vergangenen Jahren hat die Bedeutung der Raiffeisenbanken und der Privatbankiers

als Arbeitgeber aber stetig zugenommen - ein Trend, der sich im vergangenen Jahr noch

verstärkt hat.

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