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Was Bankmitarbeiter im Fall einer Übernahme oder Fusion tun können!

AAM Private Bank, Dresdner Bank, Sal. Oppenheim, Amro Bank, Bipielle, Commerzbank – die Liste der verkauften, fusionierten oder rationalisierten Unternehmen ist lang und wird in den nächsten Monaten noch umfangreicher.

Diesen Geschäftsgebaren liegen ökonomische und finanzielle Interessen zugrunde. Doch wie steht es um die Beschäftigten? Denise Chervet, Zentralsekretärin der Gewerkschaft Schweizerischer Bankpersonalverband (SBPV) rät folgendes:

1. Nicht abwarten und hoffen

Sich “klein machen” in der Hoffnung,
unbemerkt zu bleiben und den Wirbel
ohne grosse Schäden zu überstehen –
das sind kontraproduktive Verhaltensweisen.
Man schläft nicht besser, wenn
man sein Schicksal passiv abwartet – im
Gegenteil: Es geht kostbare Zeit verloren,
die nur schwer wieder aufzuholen ist.

2. Hilf dir selbst, so hilft dir Gott

Mit der Personalkommission Kontakt
aufnehmen und Informationen einholen,
bei den Personalleitern Auskünfte einfordern
– und den SBPV kontaktieren, damit
wir im Bedarfsfall bei den Banken
intervenieren können.

3. Rechte kennen und weitersagen

Der SBPV erteilt Auskünfte über individuelle
und kollektive Rechte. Aufgrund der
relativ kurzen gesetzlichen Fristen ist Abwarten
kein guter Rat.

4. Mitglied des SBPV werden
und Kollegen ermuntern, ebenfalls
beizutreten

Damit die Forderungen und Vorschläge
mehr Gewicht bekommen, ist es wichtig,
gemeinsam Stärke zu zeigen. Im Verbund
mit Kollegen und dem SBPV wird
man zu einem unumgänglichen Partner
des Arbeitgebers.

5. Je nach Bedarf:

Besprechungen mit Kollegen organisieren,
Vertreter des SBPV einladen, um sich
zu informieren, und Sitzungen mit der
Geschäftsleitung vorbereiten.

Der Fall AAM Private Bank: eine Lektion?

Die Basler Kantonalbank (BKB) hat in diesem
Jahr die AAM Private Bank vollständig
übernommen. Die Ausgangslage:
Beide Banken sind an die Vereinbarung
über die Anstellungsbedingungen der
Bankangestellten (VAB) gebunden, bei
AAM ist zudem keine Personalkommission
vorhanden. Aus diesen Gründen hat
der SBPV die Interessen der Arbeitnehmer
von AAM mit der Personalkommission
der BKB verteidigt und einen eher
grosszügigen Sozialplan ausgehandelt.

Da aber keine direkten Informationen
von Beschäftigten der AAM vorlagen,
konnte die geplante Streichung von Arbeitsplätzen
nicht erneut infrage gestellt
werden. Für die Angestellten von AAM,
die in den letzten Jahren von anderweitigen
Rationalisierungen betroffen waren,
schien die Übernahme durch die BKB
eine Formalität, die wie die letzten Male
keine grossen Auswirkungen haben
dürfte.

Dies war jedoch nicht der Fall: Es
sind über vierzig Arbeitsplätze gestrichen
worden. Die Arbeitsbedingungen des
verbliebenen Personals sollen ausserdem
an die der BKB angeglichen werden.
Im Rahmen des Konsultationsverfahrens
wurde das Personal von AAM über die
Einschaltung des SBPV zwar informiert,
es hat jedoch niemand reagiert und Kontakt
aufgenommen.

Nach dem Anhörungsverfahren
ist es nun zu spät, die
Fristen sind abgelaufen und die Beschlüsse
werden wirksam.

Kommentare (1)

Comments
  1. Will hier jemand Gewerkschaftswerbung machen – ein wenig platt das Ganze. Aber typisch – Ängste schüren um Vorteile zu ergattern.

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