Neue Berater müssen bei EFG bereits im ersten Jahr Gewinne erwirtschaften

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Die EFG International legt ihren Fokus im laufenden Jahr auf Profitabilität und weniger auf Wachstum. Vor diesem Hintergrund sollen nur noch wenige und nur noch die allerbesten Kundenberater neu eingestellt werden, sagte der CEO Lawrence Howell der Privatbank im Interview mit Finanz und Wirtschaft.

Napier Scott.

Neue Kundenberater müssten die laufenden Kosten bereits im ersten Jahr selbst erwirtschaften und hätten dafür nicht mehr drei Jahre Zeit wie bis anhin, so Howell. Wer die Ziele nicht erreiche, werde rascher mit Lohnkürzungen und weitergehenden Konsequenzen rechnen müssen. Zudem werde sich die Bank von einigen wenigen Kundenberatern trennen.

Damit vollzieht das Institut eine bemerkenswerte Kehrtwende. Noch vor zwei Monaten kündigte die weltweit in 30 Ländern tätige Privatbankengruppe an, in diesem und im kommenden Jahr je 150 zusätzliche Kundenberater (neudeutsch: Customer Relationship Manager) einzustellen.

Allein im vergangenen Jahr war ihre Zahl um 172 auf weltweit 726 gestiegen.

Offensichtlich hat die anhaltende Finanzkrise die Züricher Bank viel härter getroffen, als das Management bislang glauben machen wollte.

Jedenfall werde EFG jetzt sämtliche Kosten prüfen, sagte der Vorstandschef des Vermögensverwalters weiter. Anstellungen im Nicht-Kundenbereich seien gestoppt worden und operative Kosten würden gespart.

Zur Entwicklung der Kundenvermögen äusserte Howell sich nicht, räumte aber ein, dass das Umfeld weiter sehr schwierig sei. "Unter dem Strich war die Marktentwicklung im ersten Quartal für uns mehr oder weniger neutral", so der CEO. Seit März hätten die Kunden zudem wieder etwas Vertrauen in die Märkte gewonnen.

Weitere Übernahmen seien im Moment zweitrangig. Es gelte jetzt, die Bank auf Kurs zu halten. Sollten sich allerdings Übernahmechancen bieten, werde sich EFG diese sicher anschauen.

Ungeachtet des unverhohlen angekündigten Rausschmisses von "Underperformern" sucht EFG seit Mitte Februar über die eigene Webseite in Liechtenstein, Luxemburg und an verschiedenen Standorten in der Schweiz nach "Senior Private Bankers" mit langer Berufserfahrung. Ob es dem Unternehmen gelingt, angesichts der veränderten Tonart die gewünschten Mitarbeiter zu finden, muss sich freilich erst noch zeigen.

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