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Unrealistische Eidgenossen? Schweizer MBA-Bewerber erwarten mehr als Verdopplung ihres Gehaltes

So mancher MBA-Anwärter hofft durch die Qualifikation dem Schlaraffenland näherzukommen.

So mancher MBA-Anwärter hofft durch die Qualifikation dem Schlaraffenland näherzukommen.

Viele MBA-Anwärter scheinen das Management-Studium mit einem Eintrittsticket ins Schlaraffenland zu verwechseln. Dies geht zumindest aus einer Umfrage des MBA-Messeveranstalters QS unter 70.000 MBA-Interessenten weltweit hervor. So gaben beispielsweise die Schweizer Anwärter an, ein Gehalt von 82.000 US-Dollar zu verdienen. Nach der erfolgreichen Absolvierung eines MBA erwarten die Schweizer ein Gehalt von 202.000 US-Dollar, was einem Plus von 120.000 Dollar oder dem 2,5fachen Gehalt gleichkommt.

Dabei besitzen die Schweizer MBA-Interessenten bereits die höchsten Durchschnittsgehälter weltweit.  Auf dem zweiten Platz liegen mit 67.000 Dollar die Japaner, gefolgt von den Deutschen mit 65.000, den Brasilianern mit 59.000 und den US-Amerikanern mit 58.000 US-Dollar.

Auch bei den Zielgehältern liegt die Schweiz mit 202.000 Dollar auf dem ersten Platz, gefolgt von Brasilien mit 172.000, Russland mit 168.000 und Südafrika mit 165.000 Dollar. Dagegen zeigen sich die Interessenten aus den USA und Grossbritannien mit 153.000 bzw. 139.000 Dollar geradezu bescheiden.

Ein noch deutlich grösseres Gehaltsplus als die Schweizer erwarten vor allem die Anwärter aus den Schwellenländern. So hoffen Interessenten aus Indien auf ein 4,4faches, aus Thailand auf ein 4,3faches und aus Kasachstan auf ein 3,9faches Gehalt.

Dagegen rechnen MBA-Interessenten aus Spanien nur mit dem 1,7fachen Gehalt, was angesichts der Wirtschaftskrise auf der iberischen Halbinsel nicht verwunderlich ist. Ähnlich moderat zeigen sich die Deutschen, die nur eine Verdopplung ihres Gehaltes auf 132.000 Dollar anstreben.

Laut den Experten von QS sind die Gehaltserwartungen der MBA-Anwärter noch nie so hoch wie im laufenden Jahr ausgefallen. Angesichts der wirtschaftlich schwierigen Situation scheinen damit auch die Schweizer MBA-Interessenten sehr unrealistische Vorstellungen zu hegen.

Dies belegt die Erhebung von QS zu den tatsächlich gezahlten Gehältern von MBA-Absolventen aus dem vergangenen Jahr. Demnach haben Absolventen in der Schweiz tatsächlich zwischen 119.400 und 122.300 US-Dollar eingestrichen – je nachdem, ob sie bei einem einen nationalen oder multinationalen Arbeitgeber beschäftigt waren.

Die Träume von der mehr als Verdopplung des Gehaltes mögen dafür mitverantwortlich sein, dass die Attraktivität des MBA-Studiums für Anwärter aus den Finanzdienstleistungen ungebrochen ist. Nach der QS-Umfrage kommen im laufenden Jahr 16 Prozent aller westeuropäischen MBA-Interessenten aus den Finanzdienstleistungen. Das ist nicht nur der höchste Wert unter allen Branchen, sondern auch eine Verdopplung gegenüber 2011. Davon wollen immerhin 47,6 Prozent nach ihrem MBA in der Branche bleiben.

Der rasante Anstieg der MBA-Anwärter aus den Finanzdienstleistungen kann indes auch für eine höhere Arbeitslosigkeit in der Branche sprechen, der so mancher Banker durch die Aufnahme eines MBA-Studiums zu entkommen versucht.

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