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Sind UBS-Boni unethisch?

Bislang drohte den Bankvorständen Ungemach hauptsächlich von der Finanzmarktaufsicht, den eigenen Aktionären oder – noch schlimmer – Politik und Gerichten. Doch jetzt streiten auch Ethikhüter gegen überzogene Managervergütungen.

Wieder einmal steht die UBS im Kreuzfeuer der Kritik. In einem Interview mit dem Tagesanzeiger empfiehlt Ethos-Direktor Dominique Biedermann der UBS-Generalversammlung sogar, den Vergütungsplan der Großbank abzulehnen. Die Stiftung zählt vor allem Pensionskassen zu ihren Mitgliedern.

Dabei wurde bei der UBS erst im vergangenen Jahr ein neues Vergütungssystem abgesegnet, dass die geforderte Nachhaltigkeit berücksichtigen sollte. Mithin sollte das neue Bonussystem Anreize zu einem langfristigen Wirtschaften setzen, nachdem die alten variablen Vergütungen zu sehr an dem kurzfristigen Erfolg ausgerichtet worden waren. Kritiker haben hierin einen wichtigen Grund für die Finanzkrise gesehen.

Als Kern sieht dieser “Incentive Performance Plan” Malus-Zahlungen vor, falls sich das Geschäft schlecht entwickeln sollte. Demnach werden Bonuszahlungen über mehrere Jahre gestreckt ausbezahlt. Wenn Kriterien wie z.B. ein Konzerngewinn verfehlt werden, verfallen die zugesagten Bonuszahlungen.

Trotz Milliardenverlust Bonus von 13,2 Mio. Franken

Doch eben dieser Kerngedanke findet sich nicht mehr im aktuellen Vergütungssystem. “Die UBS hat dieses Aktienprogramm entgegen dem damals Versprochenen eingeführt. Denn dieses Programm enthält keinen Malus. Das heisst, egal wie schlecht das Management wirtschaftet, der Wert der zugeteilten Boni wird nicht unter den Anfangswert fallen, er kann nur steigen,” sagte Biedermann.

Im Fokus der Kritik steht dabei der Chef-Investmentbanker der UBS Carsten Kengeter, der immerhin 13,2 Mio. Franken einstreicht. “Nur 5 Prozent der Vergütung von Herrn Kengeter besteht aus einem Fixlohn. Das allein widerspricht allgemeinen Grundsätzen und fördert risikoreiches Verhalten besonders stark. Ausserdem wird der Bonus bezahlt, obwohl die Investmentbank im letzten Jahr einen Verlust von 6 Mrd. Franken erleiden musste”, ergänzte Biedermann.

Den Einwurf, dass Kengeter sein Geld wert sei, lässt Biedermann nicht gelten: “Wenn der Mann so viel wert ist, wieso hat man ihm dann ein Fixgehalt von 669.000 Franken angeboten, das im Vergleich zu seiner Gesamtentschädigung geradezu bescheiden ausfällt?”

Kommentare (2)

Comments
  1. Wer gute Arbeit leistet, muss auch gut bezahlt werden. Doch wer schlechte Arbeit leistet, sollte auch schlecht bezahlt werden. Im Investmenbanking der UBS ist das offensichtlich umgekehrt – kein Wunder, dass der Laden nicht aus den roten Zahlen rauskommt.

  2. Die Boni wurden wohl auf dem Buckel der weltweit ca. 15’000 entlassenen Mitarbeiter eingespart? Und jetzt werden hierzulande wieder neue Leute eingestellt. Wenn man sich umhört, stellt man fest, dass die Leute im eigenen Land nichts wert sind und billigere “Fachkräfte” aus dem nahen Ausland geholt werden – wie es z. Bsp. in der IT momentan geschieht, wo man rund 400 Mitarbeiter zu viel entlassen hat… Für mich ist diese Bank gestorben.

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