Basler Kantonalbank streicht fast die Hälfte der Stellen bei der AAM Privatbank

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Kahlschlag bei der AAM Privatbank: Nur zwei Monate nach der Übernahme durch die Basler Kantonalbank hat die renommierte Privatbank angekündigt, fast die Hälfte der Arbeitsplätze abzubauen.

Der AAM-Vorstandsvorsitzende Reto Erdin bestätigte gegenüber eFinancialCareers, dass 40 von insgesamt 86 Stellen möglichst bis zum Jahresende gestrichen werden sollen. "Die Bank hat eine lange Leidensgeschichte hinter sich, nur wurde die Kostenbasis nie angepasst", sagte Erdin.

Zugleich stellte der 39jährige Bankmanager klar, dass nur ein Bruchteil der betroffenen Mitarbeitenden tatsächlich entlassen wird. "Zur Zeit gibt es im Konzern 35 offene Stellen. Daneben wollen wir die natürliche Fluktuation und andere Massnahmen wie Teilzeitarbeit, Umschulungen und Vorruhestand nutzen", so Erdin.

Im übrigen betreffe der Personalabbau vor allem das Back-Office. Dieser "Personalkörper" sei im Verhältnis zur betreuten Kundschaft viel zu gross. Erdin: "In der Kundenberatung hingegen wird es nur zu einem geringen Abbau kommen."

Welcher der vier AAM-Standorte in Basel, Zürich, Genf und Bern wie stark betroffen ist, steht nach den Worten von Erdin noch nicht fest. Ein Konsultativverfahren mit den Gewerkschaften läuft.

Hans-Ueli Schütz, beim KV Schweiz für Wirtschafts-, Sozial- und Finanzpolitik zuständig, geht denn auch davon aus, dass "es einen Sozialplan geben" wird. Als problematisch könnte sich aber die fehlende Mitgliedschaft der AAM Privatbank in einem Arbeitgeberverband erweisen.

Headhunter glauben übrigens nicht, dass dieses schlechte Beispiel Schule machen wird. Markus Muehlemann, Leiter der Niederlassung der Pechsteiner Personalberatung in Basel hält den angekündigten Stellenabbau in dieser Grössenordnung für die Betroffenen zwar für sehr bedauerlich, aber dennoch für ein einmaliges Ereignis. "Ich habe bereits vorher davon gehört", so Muehlemann zu eFinancialCareers. "Nach der Übernahme durch die Basler Kantonalbank musste man von einem massiven Stellenabbau ausgehen."

Im übrigen sei das Private-Banking-Geschäft weiter sehr ruhig. Muehlemann: "Es läuft wenig, die Kunden sind vorsichtig." Die Neigung der meisten Kundenberater zu wechseln, sei nicht sehr ausgeprägt. Schliesslich wisse niemand, was ihn bei einem anderen Arbeitgeber erwarte. Ohnehin könnten nur solche Customer Relations Manager wechseln, die Kunden mit grossen Assets mitbrächten, so der Personalexperte.

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