Schweiz zeigt Härte bei Eigenkapitalvorschriften für Banken: Welche Folgen hat dies für die Mitarbeiter?

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Die Vorschläge der eidgenössischen Expertenkommission, die Eigenkapitalvorschriften für Banken deutlich heraufzusetzen, haben Wellen an der Börse geschlagen. Doch welche Auswirkungen drohen den Mitarbeitern?

Zunächst die Fakten: Ab Ende 2018 soll sich das Eigenkapital der beiden Schweizer Grossbanken auf 19 Prozent der risikogewichteten Aktiva belaufen. Davon entfallen 10 Prozent auf Eigenkapital der höchsten Qualität sowie 9 Prozent auf sogenannte CoCo-Bonds. Bei diesen "Contingent Convertible Bonds" handelt es sich um Anleihen, die nach dem Unterschreiten eines Mindesteigenkapitals in Aktien umgewandelt werden.

Mit dieser Regelung würde die Schweiz deutlich über Basel III hinausgehen, wo bislang lediglich ein Mindestkapital von 10,5 Prozent der risikogewichteten Aktiva vorgesehen sind.

Bekenntnis zu den Private Bankern

UBS und Credit Suisse haben sich beeilt, Unterstützung für die Pläne zu signalisieren. Dies dürfte einem Bekenntnis zum Private Banking gleichkommen. Denn da die Verwaltung hoher Privatvermögen mit wenig Risiken behaftet ist, müssen diese Aktivitäten auch mit vergleichsweise geringem Eigenkapital unterlegt werden.

Dies mag zunächst wie ein Nullsummenspiel für die Private Banker klingen. Doch eine hohe Eingenkapitalausstattung fördert die Krisenresistenz der Banken und das Image der beiden Banken im Vergleich zu anderen Instituten.

Die Analysten von Nomura erwarten denn auch ein weiteren Anstieg des Vorsteuergewinns im Bereich Wealth Management and Swiss Bank der UBS von etwa 4,6 Mrd. in 2010 auf fast 5,9 Mrd. Franken in 2012. Für das Wealth Management der Credit Suisse erwartet Nomura sogar im gleichen Zeitraum ein Wachstum von 2,7 auf knapp 4,9 Mrd. Franken.

Ärger im Investmentbanking vorprogrammiert

Dagegen könnten sich die schärferen Eigenkapitalvorschriften für das Investmentbanking als Hemmschuh erweisen. Denn die Schweizer Häuser könnten künftig vor riskanteren und damit gewinnträchtigeren Geschäften zurückschrecken, um die Eigenkapitalausstattung nicht zu gefährden. Damit dürfte so manches attraktive Geschäft den ausländischen Mitbewerbern vorbehalten bleiben.

Dennoch prognostiziert Nomura auch im Investmentbanking ein weiter wachsendes Geschäft. So soll der Vorsteuergewinn der UBS in dieser Sparte von 2010 bis 2012 von 4,0 auf 5,9 Mrd. Franken steigen und bei der Credit Suisse von 4,6 auf 5,3 Mrd. Franken.

Druck auf die Vergütungen

Der Aufbau des zusätzlichen Eigenkapitals bis Ende 2018 dürfte den Druck auf die Vergütungen weiter erhöhen. Denn beide Institute haben bereits eine Ausgabe frischer Aktien ausgeschlossen. Daher müssen die Banken die Eigenkapitalspritze aus dem laufenden Geschäft bestreiten, womit der Spielraum für Dividenden und fette Bonuszahlungen sinkt. So hat die UBS bereits angekündigt, die Dividendenzahlung bis auf weiteres auszusetzen, während die Credit Suisse an ihren Ausschüttungen festhalten will.

Überdies könnte die UBS auf die Idee kommen, ihre Mittel zur Bewältigung der Spätlasten aus Finanzkrise zu verwenden, wie die Analysten von Nomura betonen: "Wir glauben, dass die UBS überschüssiges Kapital zunächst nutzen möchte, um toxische Wertpapiere zurückzukaufen, die an die Schweizer Regierung verkauft worden waren."

Doch vielleicht kommt alles gar nicht so schlimm

Die beiden Schweizer Grossbanken zählen allerdings schon heute zu den bestkapitalisierten der Branche, worauf Nomura ebenfalls hinweist: "Die UBS verfügt über das stärkste Tier 1 Kernkapital und den höchsten Kapitalzuwachs im europäischen Bankensektor und sollte die neuen Schweizer Eigenkapitalanforderungen bequem erfüllen."

Bei der Credit Suisse sieht es laut Nomura nicht viel anders aus: "Obgleich die Regulierungsbehörden die CS zu einer deutlichen Überausstattung gegenüber globalen Mindeststandards drängen, konnte sie dennoch bestätigen, dass sie dazu in der Lage ist, auch weiterhin ihr organischen Wachstum und eine Dividende zu finanzieren."

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