Marketing und andere Back-Office-Bereiche stehen bei UBS auf der Kippe

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Die Mitarbeiter der UBS müssen offenbar mit tausenden Stellenstreichungen in der Schweiz rechnen. Zum zweiten Mal binnen weniger Wochen berichteten führende eidgenössische Medien, darunter die renommierte NZZ, von einem unmittelbar bevorstehenden Arbeitsplatzabbau in einer bisher nicht gekannten Grössenordnung. Vor allem das Corporate Center, das Marketing und der Support sollen betroffen seien, ergänzte die Sonntagszeitung.

"Wir werden nicht vermeiden können, harte Entscheidungen zu treffen, aber wir tun dies nur, damit die UBS wieder zu ihrer Stärke zurückfindet", hatte Vorstandschef Oswald Grübel seine Mitarbeiter in einer Mitteilung am 1. April vorgewarnt.

Nicht nur das bereits stark zurückgefahrene Investmentbanking bereitet dem seit knapp zwei Monaten amtierenden CEO Kopfschmerzen. Da im Zuge der Finanzkrise auch die verwalteten Vermögen durch Kurseinbrüche und Kapitalabflüsse gesunken sind, sind die Erträge auch in diesem Bereich deutlich zurückgegangen.

Kurzfristig kann die Bank auf diesen geänderten Markt nur durch Kostensenkungen reagieren. Und da Grübel bereits für dieses Jahr die Rückkehr in die Gewinnzone angekündigt hat, werden sich die Einsparungen nicht nur auf gestrichene Business-Class-Flüge, Einladungen zu Geschäftsflügen und Fahrten mit Chauffeuren beschränken.

Noch ist unklar, wie viele der hierzulande beschäftigten 26.400 Mitarbeitenden gehen müssen. Das Schweigen des Instituts darf aber getrost als Ruhe vor dem Sturm interpretiert werden, denn gäbe es die Pläne nicht, hätte die UBS die Gerüchte längst dementiert. Statt dessen sieht es so aus, als füttere die Kommunikationsabteilung der UBS im Vorfeld der Hauptversammlung am 15. April die Medien mit Informationshäppchen.

Die NZZ hat jedenfalls die Gründe aufgezählt, warum vermutlich noch in diesem Monat die Kündigungen angekündigt werden: So wurde Grübel deshalb geholt, weil er zuvor bereits den Erzkonkurrenten Credit Suisse wieder auf Vordermann gebracht hat. Und wenn der Deutsche - wie angekündigt - bereits in diesem Jahr wieder Gewinne schreiben will, dann muss er die knallharten Entscheidungen so schnell wie möglich treffen.

Schliesslich geniessen viele Mitarbeitende Kündigungsfristen von bis zu sechs Monaten; rechnet man dann noch den obligatorischen zweimonatigen Coaching-Prozess hinzu, der Ausspruch der Kündigung beginnt, wird offensichtlich, warum die Jobspekulationen gerade jetzt wenige Tage vor der Hauptversammlung hochkochen.

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