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Finanzplatz Luxemburg droht Schaden wegen Madoff-Schnellball-Betrug

Der kurz vor Weihnachten aufgeflogene Milliardenbetrug des US-Hedgefondsmanagers Bernard Madoff kommt die Grossbank UBS teuer zu stehen und könnte dem Finanzplatz Luxemburg schweren Schaden zufügen.

Die UBS muss dem französischem Vermögensverwalter Oddo & Cie nach dem Urteil eines Luxemburger Gerichts 30 Millionen Euro zurückzahlen, die Oddo über den luxemburgischen Fonds LuxAlpha in Madoff-Vehikel investiert hatte.

Der Vermögensverwalter hatte am 4. November 2008 beschlossen, aus dem Fond LuxAlpha, für den die UBS als Depotbank fungierte, auszusteigen. Gut einen Monat später, am 11. Dezember, flog der milliardenschwere Skandal um den US-Hedgefonds-Manager Bernard Madoff auf.

Nach Angaben einer UBS-Sprecherin sei es reiner Zufall gewesen, dass sich die Auszahlung der Investorengelder und die Aufdeckung des mutmaßlichen Madoff-Betrugs überschnitten hätten.

Wenn ein Fondsinvestor kündigt, dauere es aus verwaltungstechnischen Gründen erfahrungsgemäß mehrere Wochen, bis der Betrag ausgezahlt werden kann. In diesem Fall sei es auch deshalb zu einer Verzögerung gekommen, weil ein anderer Kunde eine Blockierung des Kontos durchgesetzt habe. Tatsächlich habe die verzögerte Rückzahlung nichts mit dem Bekanntwerden des Madoff-Falles zu tun, so die Sprecherin weiter.

Madoff wird beschuldigt, Anleger mit einem Schneeballprinzip um 50 Mrd. Dollar betrogen zu haben. Nachdem Oddo die investierten 30 Mio. Euro seit der Kündigung Anfang November immer noch nicht zurückerhalten hatte, rief der französische Vermögensverwalter ein Gericht im Großherzogtum an, um von der UBS als Depotbank des Fonds die Freigabe der Gelder zu erreichen.

Depotbanken übernehmen eine Aufsichtsfunktionen für Fonds und überwachen ein- und ausgehende Zahlungen. Sollten sie diesen Aufgaben nicht oder nur ungenügend nachgekommen sein, können Klagen von Anlegern an diesem Punkt ansetzen.

Das Fondsmanagement von LuxAlpha wurde Mitte November 2008 auf Access International Advisors übertragen. Bis dahin war die Gesellschaft lediglich als “Investment Adviser” tätig.

Der Gründer von Access International Advisors, Rene-Thierry Magon de la Villehuchet, hat sich am vergangenen 23. Dezember in New York umgebracht, nachdem sein Fonds durch den Madoff-Skandal 1,4 Milliarden Dollar verloren hatte.

Inzwischen hat die französische Finanzministerin Christine Lagarde einen Brief an die EU-Kommission und den Präsidenten der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker , geschrieben. Darin appelliert die Spitzenpolitikerin an die Verantwortlichkeiten der Depotbanken und äussert die Besorgnis, dass der Ruf der europäischen Fondsbranche wegen des Madoff-Skandals in Mitleidenschaft gezogen werden könnte.

Die in Fonds angelegten Vermögen sind in Europa in den vergangenen sechs Jahren um fast 60 Prozent auf 6,8 Billionen Euro gewachsen, auch wegen des rigorosen Investorenschutzes. Es wird befürchtet, dass die europäische Branche Schaden nimmt, wenn die Depotbanken den Madoff-Investoren, die ihr Geld verloren haben, keine Entschädigungen ausbezahlen.

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