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Von Lehman an die Spitze von Merrill Lynch: Wer ist Christian Meissner?

Die ehemalige Lehman Brothers-Niederlassung in Frankfurt.

Die ehemalige Lehman Brothers-Niederlassung in Frankfurt.

Deutsche und Österreicher zählen an der Spitze des internationalen Investmentbankings eher zu den Exoten. So wird auch das Investmentbanking der Deutschen Bank vom gebürtigen Inder Anshu Jain von London aus gesteuert. Lediglich Carsten Kengeter gelang der Aufstieg zum Chef des UBS-Investmentbankings. 

Doch am heutigen Montag (30. Januar) sickerte die interne Mitteilung durch, dass der gebürtige Österreicher Christian Meissner ab sofort zum Global Head des Corporate and Investment Banking der Bank of America Merrill Lynch aufgestiegen ist. Das Pikante an der Personalentscheidung: Meissner kommt von der Pleite-Investmentbank Lehman-Brothers, deren Untergang die Welt in die jüngste Finanzkrise stürzte.

Konkret heißt es in der internen Email, die BofA Merrill Lynch-COO Tom Montag an seine Mitarbeiter versandte: „Ab sofort wird Christian Meissner der Chef des Global Corporate and Investment Banking sein und an mich berichten. Er wird im Sommer nach New York umziehen. Bei Christian handelt es sich um einen weithin respektierten und talentierten Investmentbanker mit vielen lang etablierten Senior-Kontakten.“

Mit Geschichtsstudium ins Investmentbanking

Der gebürtige Wiener verbrachte seine Schulzeit in Frankfurt und London und siedelte anschließend in die USA über, wo er an der renommierten Princeton University einen Bachelor in Geschichte erwarb. Nach dem Berufseinstieg bei der US-Investmentbank Morgan Stanley zog es Meissner im Zuge der deutschen Wiedervereinigung nach Europa zurück, wo der Österreicher bei der Deutschen Bank in Frankfurt arbeitete.

Doch nur wenig später wechselte Meissner zum Weltmarktführer im Investmentbankig Goldman Sachs, wo er zum Co-Head European Equity Capital avancierte. Der nächste Karriereschritt sollte sich im Nachhinein als problematisch erweisen. So wechselte Meissner in 2003 zu Lehman Brothers, um dort die Expansionsstrategie des Hauses in Europa zu verfolgen.

Am 8. September 2008 folgte schließlich der Schritt nach ganz oben, als Meissner bei Lehman zum CEO für Europa und den Mittleren Osten ernannt wurde. Als sich die Finanzkrise zuzuspitzen begann, verteidigte Meissner seinen Arbeitgeber – jedenfalls soweit man dem Handelsblatt glauben schenken darf, mit folgenden Worten. „Es gibt sehr große Unterschiede beim Risikomanagement der Banken, besser man bremst 100 Meter vor der nächsten Kurve, Lehman ist da sehr konservativ.“

Meissner überstand Lehman-Pleite unbeschadet

Doch am 15. September 2008 krachte Lehman Brothers – völlig ungebremst – gegen einen Baum und musste Insolvenz anmelden. Die Sensationspleite stieß die Weltwirtschaft in die schärfste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg, was jedoch in den Karrieren zumindest der europäischen Lehman-Mitarbeiter keine allzu tiefen Spuren hinterließ.

So übernahm die japanische Investmentbank Nomura wesentliche Teile des Lehman-Europageschäfts und mit ihm auch Meissner. Erst im April 2010, als Nomura die Garantiebonis einstellte, zog es Meissner weiter und er begann bei BofA Merrill Lynch – zunächst als stellvertretender und seit heute auch als alleiniger Chef des Global Coporate and Investment-Banking.

Vor diesem Hintergrund kann eFinancialCareers Meissner nur zu dem Karriereschritt gratulieren – denn dies beweist: Sieben Jahre Lehman Brothers im Lebenslauf zu haben, stellt auch heute noch kein Problem dar.

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