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2 Mrd. Gründe, wieso sich UBS-Investmentbanker von ihrem Bonus verabschieden können und das Risikomanagement nutzlos ist

Die Nachricht schlug an der Börse wie eine Bombe ein. Die UBS musste am heutigen Donnerstag (15. September) kleinlaut eingestehen, durch unautorisierte Handelsgeschäfte in ihrer Investmentbank 2 Mrd. US-Dollar in den Sand gesetzt zu haben.

Konkret heisst es in der Mitteilung: “UBS hat festgestellt, dass es aufgrund von nicht autorisierten Handelsgeschäften eines Händlers ihrer Investment Bank zu einem Verlust gekommen ist. Während die Untersuchungen der Vorfälle andauert, schätzt UBS gegenwärtig, dass der durch diese Transaktionen erlittene Verlust sich in einer Höhe von USD 2 Mrd. bewegen wird.”

Diese Nachricht kommt zur Unzeit. So hatte das Investmentbanking der Schweizer Grossbank schon in ersten Halbjahr mit akuter Ertragsschwäche zu kämpfen. Der Vorsteuergewinn brach bis Ende Juni gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 51,6 Prozent auf 1,211 Mrd. Franken ein. Gleichzeitig schnellte die Kostenertragsquote von 69,3 Prozent im ersten Halbjahr 2010 auf 80,2 Prozent in 2011 in die Höhe.

Mit dem Verlust von umgerechnet 1,75 Mrd. Franken sowie einem schwierigen Geschäftsumfeld im zweiten Halbjahr 2011 droht das Investmentbanking der UBS für das Gesamtjahr 2011 in die roten Zahlen zurückzukehren. Für das Quartalsergebnis der Gesamtbank warnte die Bank schon einmal: “Es ist möglich, dass UBS deshalb im dritten Quartal 2011 einen Verlust bekannt gegeben wird.”

Damit dürften die Boni der Investmentbanker für 2011 noch geringer ausfallen als bisher befürchtet und auch den aggregierten Boni aus der Vergangenheit droht Ungemach. Denn die UBS-Aktie stürzte im Vormittagshandel um rund 6 Prozent auf 10,30 Franken ab. Seit Jahresbeginn hat die Aktie damit ein Drittel ihres Wertes eingebüsst, womit die aktienbasierten Bonusbestandteile – im Branchenjargon als “Deferrals” genannt – ebenfalls an Wert verlieren.

Die UBS scheint somit einen ganz ähnlichen Fall wie die Société Générale verkraften zu müssen. Jérôme Kerviel hatte der französischen Grossbank im Januar 2008 durch ungenehmigte Geschäfte einen Verlust von 4,8 Mrd. Euro verursacht.

Der erneute Skandal erschüttert das ohnehin angeschlagene Ansehen der UBS. Der Verlust durch unautorisierte Handelsgeschäfte stellt überdies die Wirksamkeit der Anstrengungen der Banken zu einer verstärkten Risikokontrolle ihrer Geschäfte infolge der Finanzkrise in Frage. Die horrenden Investitionen ins Risikomanagement konnten offenbar eine Wiederholung des Falles Kerviel nicht verhindern.

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