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Jahresrückblick: Die Gewinner und Verlierer 2011 in Luxemburg

Blick auf das Zentrum Luxemburgs.

Blick auf das Zentrum Luxemburgs.

Die Gewinner…

Spezialisten sind gefragt

„Unsere Kunden suchen derzeit eher nach Spezialisten als nach Generalisten“, beobachtet David Kitzinger von Badenoch & Clark in Luxemburg. Dies bestätigt eine Deloitte-Studie über die Beschäftigten im Finanzdienstleistungssektor, wonach die spezialisierten Unternehmen die Bankenkrise in 2011 besser überstanden haben.

„Die Entwicklung des Finanzplatzes hat beispielsweise einen sehr bedeutsamen Einfluss auf das Domiziliasierungsgeschäft. Ebenso haben die Vermögensverwalter die Krise besser überstanden als die Banken“, erklären die Autoren der Studie Stéphane Cesari und Raphaël Charlier von Deloitte. „Ich kann sofort Private Banker platzieren, die ein Kundenportfolio von mindestens 20 Mio. Euro mitbringen. Alle sind an derartigen Profilen interessiert. Dabei ist es gleich, woher die Kandidaten stammen“, ergänzt Grégory Renardy von Michael Page Luxemburg.

Laut einer weiteren Studie des Recruitment-Unternehmens Edouard Franklin haben die Dienstleistungsunternehmen, die sich rund um die Finanzdienstleistungsbranche etabliert haben, in 2011 besonders aktiv eingestellt. Dies betritt u.a. Rechtsanwälte, die Big 4 und verschiedene Beratungsunternehmen namentlich zu Steuer- und Treuhandfragen..

Risk- und Compliance-Funktionen

Wie schon in 2010 zählte Compliance auch in 2011 zu den meistgesuchten Funktionen am Luxemburger Finanzplatz, worüber die Headhunter einer Meinung sind. „Wir haben den Eindruck, dass es kein Profil oder ein spezielles Geschäftsfeld gibt, das besser als andere abschneidet, sofern es sich um Riskmanagement, Compliance oder Legal-Positionen handelt“, bemerkt Bernhard Dedenbach, Gründer von BD Associates – Partners to Leaders.

Laut Robert Van den oord von Robert Walters in Luxemburg gibt es in Luxemburg einen „markanten Willen, die Teams zu verstärken – besonders im Risikomanagement, Compliance, Auditing und Private Banking.“ Dies bestätigt auch Kitzinger. Demnach werden für Risk- und Compliance vor allem Senior-Profile gesucht.

Das Recruitment-Unternehmen Axis Luxemburg, das auf Banking und Finance spezialisiert ist, hat in 2011 einen Geschäftsbereich für Junior-Mitarbeiter in Compliance und Legal Consulting aufgemacht, die sich für den Finanzdienstleistungs-Arbeitsmarkt interessieren. Allerdings sind diese Funktionen nicht für Berufseinsteiger geeignet. „Compliance Profile für Investmentfonds sind ebenfalls sehr gesucht. In diesem Fall sollten die Kandidaten jedoch Luxemburger Berufserfahrung mitbringen“, präzisiert Renardy.

Der Luxemburger Finanzplatz

Der Finanzplatz Luxemburg ist der sicherste der Welt. Nirgendwo fällt die Kriminalität geringer als hierzulande aus, wie eine Studie der Unternehmensberatung Mercer ergeben hat. Nach einer anderen Studie der Schweizer Großbank UBS ist die Kaufkraft in Luxemburg die weltweit zweitgrößte nach Zürich.

…und die Verlierer

Die großen Player

In der Studie „Salary Survey 2011“ des Recruitment-Unternehmens Robert Walters heißt es über die Luxemburger Finanzindustrie: „Die Einstellungen bei den großen Finanzdienstleistern sind verhalten und konzentrieren sich auf Spezialisten, die Kompetenzen in Legal, Sales und im Business Development mitbringen oder aber in der Verwaltung und im Rechnungswesen von Fonds. Daher erwarten wir, dass der Hauptteil an neuen Stellen in den kleinsten Unternehmen und Startups geschaffen werden wie Private Equity-Unternehmen, Holding-Gesellschaften, Immobilienfonds, Treuhandgesellschaften oder andere Domizilisierungs-Dienstleistern.“

Dexia BIL und KBL European Private Banker

Nachdem die Mitarbeiter der KBL epb schon in 2010 einen Sozialplan mit einem Wegfall von 115 Stellen verkraften mussten, platzte in 2011 die bereits eingefädelte Übernahme durch die indische Hinduja Gruppe. Doch auch die Mitarbeiter der Dexia BIL wurden von der Ankündigung der Zerschlagung der belgisch-französischen Dexia-Gruppe erschreckt. Mittlerweile sind zumindest der Verkauf von 90 Prozent der DEXIA BIL-Anteile an Precision Capital, einen Investor aus Katar, sowie eine Verstaatlichung der restlichen 10 Prozent in trockenen Tüchern. Die KBL wird voraussichtlich im neuen Jahr ebenfalls nach Katar veräußert folgen.

Die berufliche Flexibilität

Laut dem vierteljährlichen Workmonitor des Personaldienstleisters Randstad sind die Luxemburger Beschäftigten nicht sonderlich risikofreudig und verfügen weder über ein großes Selbstbewusstsein noch vertrauen sie auf ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Folglich zählt Luxemburg zu den Ländern mit der geringsten beruflichen Flexibilität und sie bekommen den Kampf um die besten Talente am wenigsten zu spüren.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Die Minderheit der Fachkräfte, die mehrere Sprachen wie etwa Englisch, Französisch, Deutsch, Letzeburgisch oder Niederländisch beherrschen und überdies über Berufserfahrung in der Luxemburger Finanzindustrie verfügen, dürften auch weiterhin von den Recruitern in Luxemburg hofiert werden.

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