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Das Praktikanten-Desaster: Eine unrühmliche Nacht

Ich garantiere Ihnen, dass folgende Geschichte zu 100 Prozent wahr ist. Ich bin mir sicher, dass eine lange Reihe von Kollegen erfreut wäre, jemanden mit dieser alten Geschichte zu ergötzen.

Die Szene: Eine Großbank, frühes zweites Quartal 2009

Das Team: Consumer & Retail

Die Praktikantin: Eine dralle Blondine, Studentin im ersten Jahr in Oxford, die aussieht wie das britische TV-Sternchen Melinda Messenger. Sie zählte zu jenen “Women in the City”-Praktikantinnen für zwei Wochen.

Die unrühmliche Nacht: Es handelte sich um einen typischen Kneipenzug des Teams. Zuerst gab es ein türkisches Abendessen (das Essen schmeckte schrecklich), dann folgte eine trendige Weinbar / Striplokal (Dort gab es Frauen, die an der Stange tanzten, allerdings waren sie bekleidet)…

Das bereits genannte Team machte einige Scherze, wobei es sich um eine halblangweilige Geselligkeit handelte, was ein wenig von einem Gespräch über Sport etc. hatte. Der coole Managing Director entschloss sich, die Sache ein wenig würziger zu gestalten und ließ ein wenig Geld blitzen (ja, auch das gibt es noch in der Ära nach Lehman) und bestellte zwei Flaschen Wodka. Die besagten Flaschen erschienen mit Wunderkerzen und Mixer machten die Runde um den Tisch.

Die Praktikantin war nicht nur heiß, sondern sie war sehr heiß. Und nicht so, wie sich das so mancher dämliche Investmentbanker vorstellt: Sie war umwerfend, wasserstoffblond und hinreißend wie eine Barbypuppe.

Ein schmieriger mediterraner Vice President entschied sich, dass dies die Nacht sein würde, in der er für seine lieblose Jugend entschädigt werden würde und versuchte sich an die lächerlich attraktive Praktikantin heranzumachen. Anstatt der üblichen Anmache entschied er sich, ihr einen Wodka mit Cola einzuschenken – und zwar mit (viel) mehr Wodka als Cola.

Drei Drinks später war ihr Bedarf gestillt. Ihr nordenglischer Akzent wurde drei oder vier Stufen gewöhnlicher und das Top, das zunächst ihre stattliche Brust bedeckt hatte, begann immer nutzloser zu werden.

Anschließend verließen wir den Ort und gingen – wie üblich – in den überteuerten Nachtclub. Als wir im Club ankamen, war die betrunkene Blondine nirgendwo zu sehen. Es stellte sich heraus, dass sie aus der Bar gestolpert und auf den Bürgersteig gefallen war. Der nette Managing Director, der für ihren Niedergang bezahlt hatte, entschied sich, ein tapferer Soldat zu sein und brachte die junge Frau zu sich nachhause. Ein anderer Vice President machte die Spritztour mit, um sicherzustellen, dass alles koscher blieb.

Bei er Ankunft in seinem Westlondoner Stadthaus ging der Managing Director davon aus, dass seine Frau und seine Kinder wahrscheinlich nicht begeistert wären, aufgeweckt zu werden. Also schlichen sie sich durch den Seiteneingang und warfen sie unten in ein Bett. Nach dem Tumult, die Betrunkene ins Bett zu bekommen, schaute der Managing Director plötzlich auf, als die Lichter um ihn herum angingen. Er drehte seinen Kopf und sah seine Gattin in der Tür stehen, die ihren Ehemann, seinen jungen irischen Kollegen und eine betrunkene 19jährige Barbiepuppe anstarrte, die in ihrem Gästezimmer abgelegt worden war…

Es muss nicht extra erwähnt werden, dass sie vor Wut explodierte und ihn mit einem Bombardement von Schlägen auf seinen Kopf die Treppe hinaufscheuchte. Der irische Kollege stahl sich nachhause und das ganze Drama endete – so dachten wir jedenfalls.

Der liebenswürdige Managing Director kam die Treppe herunter, um die verkaterte und vollständig erinnerungslose Praktikantin aufzuwecken, indem er behutsam an die Tür klopfte. Schließlich ging er dazu über, kräftiger gegen die Tür zu pochen, aber ihm wurde gesagt, dass sie sich gerade fertig mache und später noch einmal wiederkommen solle. Derweil bereitete er oben das Frühstück am Familientisch vor, als er sie in einem halbtrunkenen Zustand auftauchen sah. Sie schien völlig beschämt, doch sie zögerte, den schmierigen mediterranen Vice President für das Malheur verantwortlich zu machen – als er ein wenig Licht in die zurückliegende Nacht brachte. Sie schien immer noch wie versteinert.

Später stieg die liebende Ehefrau hinab, um das Gästezimmer zu säubern. Als sie die Bettdecke zurückzog, stellte sie fest, dass die Angelegenheit unordentlicher war, als sie erwartet hatte. Die Praktikantin hatte die feine ägyptische Baumwolle vollkommen mit Urin durchnässt!

Als die Praktikantin und der Managing Director sich am nächsten Morgen ein Taxi teilten, dann hat dies wohl den Preis für die allerpeinlichste Taxifahrt der Geschichte verdient.

Hierbei handelt es sich um einen Beitrag zum Wettbewerb zu den schlimmsten Erlebnissen mit Praktikanten.

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