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Angst in Luxemburg: Neue DEXIA-Krise stellt BIL-Abspaltung in Frage

Die belgisch-französische Großbank DEXIA kommt aus den schlechten Schlagzeilen nicht heraus. Das im Oktober eingefädelte Rettungsprogramm mit Staatsgarantien über 90 Mrd. Euro steht wieder zur Disposition.

Laut Medienberichten soll Belgien Schwierigkeiten haben, seinen Finanzierungsbeitrag von 60,5 Prozent einzubringen. Dies könnte das hochverschuldete Land über 54 Mrd. Euro kosten, was wahrlich kein Pappenstil ist.

Doch auch Frankreich signalisiert kein Interesse, das Rettungspaket noch einmal aufzuschnüren. Europas zweitgrößte Volkswirtschaft muss lediglich 30,5 Prozent der Garantien tragen, was notfalls den französischen Steuerzahler mit Kosten von 27,5 Mrd. Euro belasten würde. Marktbeobachter fürchten indes, dass Frankreich seine AAA-Rating verlieren könne, sobald die Garantien für DEXIA aufgestockt werden müssten.

“Frankreich hat da einen sehr guten Deal gemacht. Es wäre überraschend, wenn einige Leute im belgischen Beamtenapparat sich damit unwohl fühlten,” zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen mit dem Vorgang vertrauten Banker. Ein Aufschnüren des Rettungspakets komme einer Öffnung der Büchse der Pandora gleich, weil damit sofort die Bonität Frankreichs in Frage gestellt würde.

Erst am gestrigen Mittwoch (23. November) konnte selbst Deutschland erstmals eine Anleiheemission nicht vollständig auf dem Markt platzieren, was viele Beobachter für ein schlechtes Zeichen halten.

Auch für Luxemburg steht bei dem Rettungsgeschäft viel auf dem Spiel. Bislang muss das Großherzogtum nur 3 Prozent der Garantiesumme schultern, womit gerade einmal 270 Mio. Euro riskiert werden.

Allerdings ist die Abspaltung der BIL und der Weiterverkauf an einen Staatsfonds aus Katar noch längst nicht in trockenen Tüchern. An dem Deal will sich auch das Großherzogtum mit angeblich 100 Mio. Euro beteiligen. Ein Angebot liegt bereits seit dem 24. Oktober vor, wobei es zu noch keiner abschließenden Einigung gekommen ist.

Dennoch betont der Luxemburger Finanzminister Luc Frieden, dass die Verhandlungen bereits weit fortgeschritten seien und mit einem Abschluss in den kommenden Tagen zu rechnen sei. Bei der BIL in Luxemburg stehen immerhin 3600 Arbeitsplätze zur Disposition.

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