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Langeweile zahlt sich aus: Munich Re-Mitarbeiter müssen nicht um ihren Arbeitsplatz zittern

Auf den ersten Blick vermitteln die Quartalszahlen der Munich Re kein gutes Bild. So brach das Konzernergebnis in den ersten neun Monaten des Jahres um stolze 95,9 Prozent auf magere 80 Mio. Euro ein.

Schuld an dem Desaster waren vor allem die Katastrophen im ersten Quartal wie das Erdbeben in Neuseeland und das Reaktorunglück in Japan. So lagen die Schäden aus Naturkatastrophen um 2,7 Mrd. Euro höher als das Unternehmen veranschlagt hatte. Die Schaden-Kostenquote des Rückversicherungsgeschäfts kletterte somit von Januar bis September auf 117,9 Prozent.

Auch die Staatsschuldenkrise hinterließ in den Geschäftszahlen der Munich Re ihre Spuren. So musste das Unternehmen seine griechischen Staatsanleihen um insgesamt 933 Mio. Euro abschreiben, was das Konzernergebnis um 170 Mio. Euro drückte.

Entsprechend hat die Munich Re ihre Bestände aus den Europeripheriestaaten kräftig abgebaut. Während das Volumen italienischer Staatsanleihen um 1,4 Mrd. Euro verringert wurde, stieg der Bestand an deutschen, französischen und niederländischen Anleihen.

Dagegen profitierte die Munich Re von den steigenden Anleihekursen ihrer hohen Bestände an deutschen und US-Staatsanleihen infolge der Staatsschuldenkrise. Das gesamte Anlagevolumen legte somit von 193 Mrd. Euro Ende 2010 auf gut 205 Mrd. Euro Ende September zu.

“Dies lag an den Zugängen bei den Depotforderungen und an den gestiegenen Marktwerten der festverzinslichen Wertpapiere, dabei übertrafen die positiven Effekte durch den starken Kursanstieg bei dem großen Bestand an Anleihen aus Deutschland und USA die Kursrückgänge bei den südeuropäischen Staaten”, heißt es im Quartalsbericht.

Die schlechte Geschäftsentwicklung wird vorerst nicht in einen Personalabbau münden. Eine Unternehmenssprecherin schloss einen Stellenabbau über die bereits geplanten Einsparungen bei der Versicherungstochter Ergo aus.

Das konservative Geschäftsmodell der Munich Re scheint sich somit unter der Last hoher Schadenslasten sowie eines schwierigen Marktumfeldes für Anleihen zu bewähren. Langeweile zahlt sich eben doch aus.

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