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Goldige Zeiten: Die hohen Gewinne und Gehälter der Goldman Sachs Deutschland AG

Goldman Sachs

Die Geschäfte der Goldmänner und -frauen in Deutschland laufen rund. Laut dem jetzt vorliegenden Geschäftsbericht hat die Goldman Sachs Deutschland AG im vergangenen Jahr einen Reingewinn von 52,7 Mio. Euro eingefahren, was gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 63 Prozent bedeutet. Diese Summe mag zunächst als gering erscheinen. Doch angesichts der Tatsache, dass die deutsche Tochter der US-Bank im Jahresdurchschnitt gerade einmal 133 Mitarbeiter beschäftigte, handelt es sich um ein ansehnliches Ergebnis. So generierte jeder Mitarbeiter rein rechnerisch einen Reingewinn von gut 396.000 Euro.

Auch bei den Gehältern herrschen goldige Zeiten. Durchschnittlich erhielt jeder Mitarbeiter eine Bruttovergütung von knapp 364.000 Euro, worin die Boni bereits enthalten sind. Die Vergütungen sind zwar hoch, aber noch nicht so hoch wie in London. Dort lässt die Goldman Sachs 13 Prozent mehr als für die Frankfurter Kollegen springen.

Die hohe Summe ist natürlich nur möglich, weil sich Goldman Sachs in Deutschland und Österreich auf die lukrativen Geschäftsbereiche beschränkt und viel Personal im Front Office beschäftigt. Nach dem Geschäftsbericht sind immerhin 90 Mitarbeiter in den kundennahen Bereichen beschäftigt, die meisten im Investment Banking, einige im Wealth und Asset Management. Die restlichen 43 Angestellten arbeiten im Back- und Middle-Office.

Im Investment Banking konzentriert sich Goldman Sachs in Frankfurt auf M&A sowie auf Teile des Aktien- und Anleiheemissionsgeschäfts (ECM bzw. DCM). In den letzten beiden Bereichen werden die Frankfurter allerdings ausdrücklich von ihren Londoner Kollegen unterstützt. In Frankfurt sitzt also offenbar das Sales, während der Handelssaal in London angesiedelt ist.

Der Aktien- und Anleihehandel befindet sich ohnehin bereits an der Themse. Dies könnte sich allerdings in den kommenden anderthalb Jahren ändern. In einem Interview hatte Europachef Richard Gnodde kürzlich angekündigt, als Reaktion auf den Brexit mindestens 200 Stellen von der Themse an den Main zu verlegen. Damit dürften vor allem Sales & Trading-Aktivitäten gemeint sein. Diese sollen offenbar an die Goldman Sachs Deutschland AG angedockt werden. Dazu heißt es im Geschäftsbericht lapidar: „Die Entscheidung des Vereinigten Königreichs die EU zu verlassen oder die Beziehung zu ihr erheblich zu verändern, könnte zu Änderungen in der Art und Weise führen, in der wir unsere Geschäfte betreiben.“

Besonders rund ist das Geschäft in M&A gelaufen. Das Marktvolumen in Deutschland sei von 116,1 Mrd. Euro in 2015 auf 260 Mrd. in 2016 gestiegen, wovon sich die US-Bank etwa 34 Prozent sichern konnte. Dies seien 10 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Auch die Erträge im Geschäft mit Aktien- und Anleiheemissionen hätten zugelegt.


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