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„Ich habe meinen Bankjob aufgegeben, um DJ zu werden“

Banking DJ

David Solomon ist Co-Präsident von Goldman Sachs. Eines Tages könnte der 55jährige sogar den heutigen Vorstandsvorsitzenden Lloyd Blankfein beerben. Doch bis dahin betätigt er sich als DJ. Denn Solomons Alter Ego heißt DJ D-Sol. Und DJ D-Sol spielt „kommerzielle“ Tanzmusik bei monatlichen Veranstaltungen an Orten wie dem „Bahamas“ in New York, wovon er sich bei seinem Job bei Goldman Sachs erholt.

Andy Purnell kann das nachvollziehen. Er selbst war DJ, während er im Banking arbeitete. Allerdings hat er niemals eine Karrierestufe wie Solomon erreicht. Er brachte es nur zum Analysten im Wertpapiergeschäft von Barclays. Doch anders als Solomon ist Purnell dem Banking nicht treu geblieben, sondern hat sich 2015 als DJ selbständig gemacht.

Laut Purnell falle es schwierig Banking und professionelle Musik unter einen Hut zu bringen. „Ich habe nur wenig geschlafen“, erinnert er sich heute. „Ich habe bis spät abends in der Bank gearbeitet, dennoch habe ich mich üblicherweise jede Nacht am Wochenende als DJ betätigt. Ich hatte so gut wie keinen Tag frei.“

Das Banking für die Arbeit als DJ aufzugeben, stellt sicher keinen Spaziergang dar. Banker glauben, sie hätten ein schweres Leben. Doch professionelle DJs haben womöglich ein noch schwierigeres Leben. Auch Banker müssen reisen, aber nicht so viel wie DJs. Sie arbeiten die Nächte durch, arbeiten meist freiberuflich und erhalten daher auch keinen bezahlten Urlaub. „Seit Juni bin ich gerade das erste Mal wieder zuhause“, erzählt Purnell. Heute bekomme er sogar noch weniger Schlaf als in der Vergangenheit und verbringe viel Zeit damit, um die Welt zu fliegen. „Ich komme heute Morgen gerade aus Bulgarien zurück, wo ich auf einem Festival von MTV gespielt habe. Ich habe dort keine 24 Stunden verbracht. So etwas ist nicht ungewöhnlich“, ergänzt er.

Dennoch vermisst er das Banking kaum. „Ich vermisse, mit einem meiner sehr guten Freunde zusammenzuarbeiten, und ich vermisse auch die Ressourcen, um bei der Weltwirtschaft auf dem Laufenden zu bleiben. Andererseits bin ich mit dem, was ich heute mache, viel zufriedener.“

Für Studenten mit einem Interesse an Finance und der erforderlichen Arbeitsethik hält Purnell das Banking für großartig. Allerdings mangele es dem Banking an positiver Einstellung und wahrer Teamatmosphäre. „Schauen Sie sich an, was ich gestern gemacht habe“, erzählt er, während er auf das oben abgebildete Foto zeigt. „Diese Form von Begeisterung erleben Sie nicht, wenn Sie ein Geschäft abschließen oder Geld verdienen. Es ist schön, das Lachen und die Energie zu sehen!“

Vielleicht kann auch Solomon bei Goldman Sachs für einige „Vibes“ sorgen, wenn er bei der nächsten Betriebsversammlung loslegt? Womöglich ist das genau das Richtige nach einem schwachen Quartalsergebnis.

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