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Junior-Mangel im Investment Banking: Sogar die Kunden klagen jetzt

Bei Investmentbanken bleiben Junior-Arbeitsplätze verwaist.

Bei Investmentbanken bleiben Junior-Arbeitsplätze verwaist.

Der Mangel an jungen Investmentbankern im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M&A) sowie  Aktienemissionen (ECM) scheint jetzt auch zunehmend die Kunden zu beunruhigen. Laut Headhunterin Sabrina Tamm von Financial Talents in Frankfurt gebe es mehrere DAX-Unternehmen, die über den Mangel an Analysten und Associates bei ihren Investmentbanken klagen. Die Unternehmen würden sich fragen, ob die Arbeit noch bewältigt werden könne. „Schon länger klagen die Kunden, dass die Big 4 nicht genügend junge Mitarbeitern in Transaction Services haben, um die Due Diligence zu erledigen“, berichtet Tamm. „Neu ist, dass sich die Konzerne auch über die Personalausstattung ihrer Investmentbanken sorgen.“

Exodus: Viele junge Investmentbanker wollen die Branche verlassen

Dabei stellt der Exodus junger Investmentbanker aus der Branche einen wichtigen Grund für das Problem dar. „Es gibt Investmentbanken in Frankfurt, bei denen kein einziger Associate als Absolvent angefangen hat“, beobachtet Tamm. Ergo müssen sie sämtliche ihrer Associates von der Konkurrenz abgeworben haben.

Durch die Abwerbung wird dann natürlich eine Lücke bei einer anderen Bank gerissen. „Auf diese Weise setzt sich dann das Personalkarussell in Bewegung“, kommentiert Headhunter Jan Graffelder von Look & Graffelder in Frankfurt.

Doch der Wechsel zur Konkurrenz ist bei jungen Investmentbankern selten die erste Wahl. „Wenn ich Associates angehe, höre ich immer öfter: ,Ich möchte nicht zu einer anderen Investmentbank wechseln. Melden Sie sich bitte nur wieder, wenn Sie eine Stelle bei Private Equity, Corporate M&A oder Fintechs haben“, erzählt Graffelder. „Das Interesse an Fintechs ist neu.“ Obgleich die boomende Fintech-Branche schwerpunktmäßig IT-Fachkräfte suche, gebe es doch auch einige Möglichkeiten für junge Ex-Banker. Überdies falle es in der jungen Branche vergleichsweise leicht, früh Führungsverantwortung zu übernehmen. „Manchmal ist sogar der Geschäftsführer nur 28 Jahre alt.“

Verschiebt sich der Mangel zu Associates und Junior Vice Presidents?

Laut Graffelder habe sich unterdessen der akute Mangel bei Analysten etwas gelegt. Immer mehr Banken würden eine hohe Fluktuation einrechnen und entsprechend mehr Hochschulabsolventen einstellen. „Den größten Mangel sehe ich bei Associates und Junior Vice Presidents – bei Investmentbankern mit fünf bis sechs Jahren Berufserfahrung“, sagt Graffelder.

Dagegen beobachtet Tamm durchaus einen fortbestehenden Mangel an Analysten neben den Associates und Junior Vice Presidents. „Ich habe allerdings den Eindruck, dass weniger darüber gesprochen wird. Man hat sich mittlerweile an den Juniormangel gewöhnt.“

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