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GASTBEITRAG: Ich bin Französin. Trotz Brexits starte ich jetzt in London

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Ich bin Französin und beende gerade mein Studium an einer Grande École in Paris und einige Monate, nachdem die britische Premierministerin Theresa May den Artikel 50 des Lissabon-Vertrags ausgelöst hat, werde ich meinen ersten Job bei einer Investmentbank in London antreten.

Vielleicht mag ich auch ein wenig verrückt sein. Vielleicht sollte ich auch einfach nach New York gehen und aufs Beste hoffen. Doch wie die meisten meiner studierenden Freunde möchte ich in London arbeiten. Und dafür gibt es gute Gründe.

1. Nirgends kann man so viel wie dort lernen

Vielleicht komme ich zu dem Entschluss, dass ich Investment Banking für den Rest meines Lebens machen möchte. Vielleicht möchte ich nach einigen Jahren auch etwas anderes machen. Wie dem auch sei: Zwei Jahre bei einer Großbank in London verbracht zu haben, stellt einen Glanzpunkt im Lebenslauf dar. Jeder weiß, wie schwierig es ist, einen Front Office-Job in London zu finden und den Arbeitgebern ist bewusst, wie gut dort die Ausbildung ist.

Möglicherweise gerät Londons Position als Finanzzentrum in zwei Jahren ins Straucheln, doch bis dahin habe ich alle Chancen. Dann muss ich unter Umständen meine Koffer packen und nach Paris umziehen.

2. Investmentbanken stellen immer noch Leute wie mich ein

Nach dem Brexit-Referendum haben die Banken weder ihre Einstiegsprogramme zurückgefahren, noch die regionale Verteilung ihre Einstellungen verändert. Dies bedeutet, dass auch im laufenden Jahr ein Großteil der Absolventen aus der EU eingestellt wird und es gibt auch keine Pläne, dies zu ändern. Zumindest haben uns das die Führungskräfte der Banken erzählt. Es mag auch dazu gedient haben, uns bei der Stange zu halten. Wenn ja, dann hat das funktioniert.

3. Wir sind begehrte Kandidaten

Glauben Sie es mir oder nicht: Die Londoner Investmentbanken wollen ihren Nachwuchs nicht allein von britischen Unis rekrutieren. Vielmehr haben eine Reihe von Investmentbanken sich regelrechte Kämpfe um die Absolventen der französischen Elitehochschulen geliefert. Ich habe den Bewerbungsprozess bei zehn Investmentbanken durchgemacht und habe gleich mehrere Angebot erhalten, unter denen ich auswählen konnte.

4. Es handelt sich nicht um das Ende der Welt

Die Stellen, die nach im Zuge des Brexits Großbritannien verlassen, werden wahrscheinlich hauptsächlich im Handelssaal angesiedelt sein. Ich möchte jedoch in der Investment Banking Division arbeiten und die große Mehrheit dieser Jobs wird in London bleiben. Nach dem Brexit-Referendum haben die M&A-Volumen 2017 bislang im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozent nachgegeben. Doch viele Banker zeigen sich bei dem Geschäft recht optimistisch. Tatsächlich bewerben sich viele französische Studenten erst gar nicht in London, weil sie ihre Chancen als gering einschätzen. Mit dem Brexit dürfte ihr Anteil weiter steigen. Mein Rat lautet: Arbeitet in London, solange es noch möglich ist.

Amélie Petit heißt nicht wirklich so. Sie wird ihren ersten Job im Investment Banking im September in London antreten.

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