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Satte Verluste, satte Boni: Die pikanten Details der Credit Suisse-Vergütung

Bonus

Für 2016 kassiert CS-Chef Tidjane Thiam 11,9 Mio. Franken

Einen Reinverlust von 2,7 Mrd. Franken musste die Credit Suisse im abgelaufenen Jahr verkraften. Damit erhöhte sich das Defizit im heute vorgelegten Geschäftsbericht noch einmal gegenüber dem vorläufigen Jahresergebnis. Dennoch stieg der Pegel des Bonuspools um 6 Prozent auf 3,1 Mrd. Franken in 2016 an. Hier die sieben pikanten Details aus dem Vergütungsbericht:

1. Bei 939 glücklichen Einkommensmillionären steigen die Vergütungen

Die Credit Suisse zählte im abgelaufenen 939 Risikoträger und damit rund hundert mehr als im Vorjahr. Dabei handelt es sich um diejenigen Führungskräfte, die eine besondere Verantwortung für Erträge und Risiken tragen. Jeder dieser Spitzenkräfte strich 2016 eine Gesamtvergütung (Gehalt plus Bonus) von 1,75 Mio. Franken ein – fast 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon entfielen nur rund ein Drittel auf die Gehälter und zwei Drittel auf die Boni. Von den variablen Vergütungen wurden wiederum mehr als zwei Drittel aufgeschoben gewehrt. Das Klimpern im Portemonnaie verzögert sich damit um bis zu fünf Jahre.

2. Durchschnittsmitarbeiter erhält 7 Prozent weniger

Beim restlichen Personal zeigen die Boni indes nach unten. Während Durchschnittsgehalt und Durchschnittsbonus 2016 bei etwa 132.500 und 77.100 Franken lagen, waren es 2015 noch rund 133.000 und 93.000 Franken. Die Gesamtvergütung pro Kopf verminderte sich also um 7 Prozent auf knapp 210.000 Franken.

3. Sonderboni und Halteprämien legen zu

Die Deutsche Bank hat zuletzt ihren Bonuspool auf 500 Mio. Euro zusammengestutzt, gleichzeitig allerdings gut 5500 Mitarbeitern Halteprämien im Wert von 1,1 Mrd. Euro gewährt. Auch bei der Credit Suisse gibt es Boni jenseits der Boni. So gewährt die Credit Suisse ihren 939 Risikoträgern „sonstige variable Vergütungen“ in Höhe von 233 Mio. Franken – also rund eine viertel Million pro Kopf. Damit haben sich diese Extraboni seit dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Dies spricht dafür, dass die Halteprämien auch bei der Credit Suisse kräftig zugelegt haben.

4. Unterschiedliche Maßstäbe für Amerikaner und Europäer

Für gut verdienende Mitarbeiter liegt die entscheidende Marke bei 250.000 Franken/Dollar. Sobald die Gesamtvergütung diese Schwelle erreicht, werden Teile der Boni aufgeschoben gewährt. Dabei werden allerdings die US-Mitarbeiter deutlich bevorzugt. Während bei den Amerikanern mit steigender Vergütung nur 17,5 bis 60 aufgeschoben werden, sind es bei den Mitarbeitern im Rest der Welt 17,5 bis 85 Prozent. Die Amerikaner dürfen sich also über mehr Bargeld freuen. Ab 2 Mio. wird die nächste Grenze erreicht. Ab dieser Schwelle werden sämtliche Boni aufgeschoben gewährt.

5. Der Ärger mit den aktienbasierten Boni

Vom gesamten 3,1 Mrd. Franken schweren Bonuspool entfällt gut ein Drittel allein auf Aktien- und Performance-Share-Ansprüche – 478 Mio. davon allein auf die 939 Risikoträger. Dabei hat die Credit Suisse den Aktienkurs von 15,32 Franken vom Jahresende zugrunde gelegt. Da der Kurs gestern bei 14,56 Franken schloss, haben die Mitarbeiter also bereits 5 Prozent ihrer aktienbasierten Boni verloren. Seit CS-Chef Tidjane Thiam am 1. Juli 2015 das Ruder von seinem Vorgänger Brady Dougan übernahm, ist der Kurs sogar um 39 Prozent gefallen.

6. 1800 Mitarbeiter erhalten Barabfindungen

Unterdessen kommt auch der Personalabbau der Credit Suisse teuer zu stehen. 2016 musste der Konzern rund 1800 Beschäftigten Abfindungen über 218 Mio. Franken zahlen, immerhin gut 121.000 Franken pro Kopf.

7. 3870 Mitarbeiter haben Pech gehabt

Doch es gibt nicht nur Glückliche, sondern auch Unglückliche. Knapp 3800 oder 8 Prozent sämtlicher Mitarbeiter erhalten gar keinen Bonus. Bei Angelsachsen heißt dies: „Sie bekommen einen Donut“.


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