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Exodus? DZ Bank hat schon 230 Mitarbeiter abgebaut

DZ Bank in Frankfurt

DZ Bank in Frankfurt

Rund ein Drittel des geplanten Personalabbaus von 700 Stellen hat die DZ Bank nach dem Zusammengehen mit der WGZ Bank per Jahresende erreicht. Damit beschäftigt das fusionierte Unternehmen noch knapp 5800 Mitarbeiter. Trotz des Abbaus scheinen sich die Beschäftigten von DZ und WGZ Bank nicht verstärkt auf dem Arbeitsmarkt umzuschauen.

„Wir registrieren keine gehäuften Bewerbungen von DZ Bank-Mitarbeitern auf unsere vakanten Stellen“, beobachtet Headhunter Jörg Fricke von Fricke Finance & Legal in Frankfurt. „Sie sind gut ausgebildet und besitzen daher Chancen auf dem Arbeitsmarkt.“ Der Personalabbau bedeute nicht, dass die DZ Bank derzeit selbst keine Chancen biete. „Auch wenn Banken im Zuge von Fusionen z.B. im Management Stellen streichen, werden erfahrungsgemäß oft weiterhin Spezialisten eingestellt“, sagt Fricke.

Genossen verdienen mehr Geld als Deutsche und Commerzbank

Dabei kann sich die Profitabilität durchaus sehen lassen. Zwar purzelte der Vorsteuergewinn der DZ Bank-Gruppe trotz der Fusion im Jahresvergleich um 10 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro, das ist aber immer noch deutlich mehr als Deutsche oder Commerzbank vorweisen können. Dabei scheinen die Genossen vor allem die Kosten im Griff zu haben. Denn die Aufwands-Ertrags-Quote lag mit 58,9 Prozent auf einem höchst niedrigen Niveau. Die DZ Bank Gruppe musst also für jeden Euro Ertrag keine 59 Cent springen lassen. Da durch den Abbau der 700 Stellen bis 2019 weitere 100 bis 150 Mio. Euro eingespart werden sollen, dürfte dieser Kennwert künftig noch besser ausfallen.

Da in der DZ Bank Gruppe sämtlichen übergreifenden Aktivitäten der deutschen Genossenschaftsbanken gebündelt sind, handelt es sich um ein Konglomerat der unterschiedlichsten Geschäftsbereiche. Den höchsten Vorsteuergewinn steuerte wieder einmal die DZ Bank im engeren Sinne bei. Dieser lag mit 702 Mio. Euro allerdings um 19,2 Prozent unter dem Vorjahr. Dagegen konnte die R+V Versicherung ihren Gewinnbeitrag um 9 Prozent auf 681 Mio. steigern. Das schwächelnde Geschäft mit Lebensversicherungen wurde durch das Schadensgeschäft mehr als ausgeglichen. Bei Union Investment, der dritten Hauptgeldquelle des Konzerns, gab der Vorsteuergewinn indes ebenfalls um 15,8 Prozent auf 468 Mio. Euro nach. Den einzigen Verlustbringer der Gruppe stellte die DVB Bank dar, die aufgrund kränkelnder Schiffskredite einen Verlust von 285 Mio. Euro verkraften musste.

Neue Abbauwelle? DZ Bank will Immobilienaktivitäten zusammenlegen

Die nächste Abbauwelle droht dem Immobiliengeschäft der Gruppe. DZ Bank-Chef Wolfgang Kirsch kündete heute an, diese Aktivitäten neu aufstellen zu wollen. Dazu sollen u.a. die beiden Immobilienfinanzierer DG Hyp und WL Bank zusammengelegt werden. „Wir erwarten durch die Neuordnung Ertrags- und Kostensynergien im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbereich“, sagte Kirsch bei der Bilanzpressekonferenz.


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