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Jobmotor Direktbanken: Viele Jobs, wenig Geld

Hauptsitz der ING Diba in Frankfurt.

Hauptsitz der ING Diba in Frankfurt.

Privatbank, Landesbank, Volksbank oder Sparkasse – überall sinkt die Beschäftigung Jahr für Jahr. Doch es gibt sie noch immer, die Erfolgsgeschichten. So gelingt den Direktbanken ein geradezu schwindelerregender Personalaufbau. Der Branchenprimus ING Diba beschäftigt mittlerweile fast 4000 Mitarbeiter. Seit 2003 verdoppelte die deutsche Tochter des niederländischen ING Konzerns damit ihre Mitarbeiterzahl.

Kein Einzelfall. Die DKB konnte ihre Mitarbeiterzahl seit 2007 sogar mehr als verdoppeln. Der Sprung in 2014 ging jedoch auf die Konsolidierung der Tochtergesellschaft DKB Services zurück. Etwas bescheidener fällt der Aufbau bei der Comdirect aus. Binnen fünf Jahren kletterte hier die Beschäftigung um 17 Prozent auf knapp 1200 Stellen.

Diba sucht for allem Experten für IT und das Firmenkundengeschäft

Bei der Diba wird auch weiterhin munter angeheuert. „Aktuell sind ca. 50 Prozent der vakanten Positionen in der IT-Abteilung oder im Bereich Digital Channels zu besetzen. In Summe reden wir über rund 100 Neueinstellungen in 2016 in der IT-Abteilung und im Bereich Digital Channels. Für 2017 rechnen wir ebenfalls mit knapp 100 Neueinstellungen in beiden Bereichen”, heißt es von der Bank. „In erster Linie benötigen wir IT-Kräfte für die Anwendungsentwicklung, d.h. Front End-Entwickler mit Java Expertise und App-Entwickler.”

Darüber hinaus rechnet die Bank mit rund 50 Neueinstellungen im Firmenkundengeschäft (Wholsesale), in dem mittlerweile schon 272 Mitarbeiter in Frankfurt plus 16 in Wien beschäftigt sind. „Im Segment Wholesale-Banking suchen wir hauptsächlich Client Coverage und Structured Finance-Spezialisten, die über Erfahrungen im Unternehmenskundengeschäft verfügen sowie Direkteinsteiger mit Uniabschluss”, heißt es weiter.

Geldmaschine Online-Geschäft

Auch die Geschäftszahlen können sich sehen lassen. Die Diba generierte 2016 einen Rekordvorsteuergewinn von 1,2 Mrd. Euro, was ein Plus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Von solchen Zahlen können Deutsche Bank oder Commerzbank nur träumen. Die Aufwands-Ertrags-Quote fällt mit 40 Prozent äußerst gering aus. Die Diba musste für jeden Euro Ertrag also lediglich 40 Cent zahlen. Dabei sind die Frankfurter auch noch abhängig von ihrem Zinsgeschäft, das für 93 Prozent der Gesamterträge steht. Trotz rekordniedriger Zinsen konnte die ehemalige Gewerkschaftsbank das Zinsergebnis um 9 Prozent auf fast 2 Mrd. Euro steigern.

Auch das ist kein Einzelfall. Während die Commerzbank strauchelt, steigerte Comdirect ihren Vorsteuergewinn um ein Drittel auf 121 Mio. Euro. „Mit einer Eigenkapitalrendite von 21,4 Prozent vor Steuern ist die Comdirect eine der profitabelsten Banken Deutschlands“, jubelte Comdirect-Chef Arno Walter. Die Kostenquote fiel hier mit 69 Prozent allerdings deutlich schlechter als bei der Rivalin ING Diba aus. Die DKB gehört indes zur BayernLB und hat daher noch keine Geschäftszahlen für 2016 vorgelegt – die Landesbanken lassen sich immer ein wenig mehr Zeit.

Online-Banken expandieren ins Firmenkundengeschäft

Dabei erobern die Direktbanken immer häufiger Geschäftsfelder jenseits des Retailbankings. ING Diba-Chef Roland Boekhout bezeichnet sein Institut mittlerweile sogar als „Universalbank ohne Investmentbanking“. Dank der Tagesgeldkonten sitzt die Bank auf Spareinlagen von 123 Mrd. Euro – wahrlich keine Peanuts. Entsprechend expandiert die Bank ins Firmenkundengeschäft, in dem sie das Kreditvolumen binnen Jahresfrist um zwei Drittel auf 25,9 Mrd. Euro steigerte.


Bezahlung eher bescheiden

Trotz ihres Erfolgs zeigen sich die Direktbanken bei der Bezahlung eher bescheiden. So lag bei der Comdirect 2016 der Personalaufwand pro Kopf bei überschaubaren 73.500 Euro. Dabei fallen die tatsächlichen Bruttovergütungen noch deutlich geringer aus, da im Personalaufwand Arbeitgebernebenkosten wie Sozialabgaben enthalten sind. Zum Vergleich: Bei der Deutschen Bank lag der Personalaufwand pro Kopf trotz Milliardenverlusts noch bei gut 119.000 Euro.

Etwas besser sieht es bei der Diba aus, wie der Vergütungsbericht für 2015 verrät. Demnach belief sich die durchschnittliche Vergütung im Firmengeschäft (Wholesale) auf rund 90.500 und im Privatkundengeschäft (Retail) auf etwa 34.000 Euro. Hinzu kommen noch Boni von durchschnittlich 34.000 und 12.500 Euro. Bei den Führungskräften, den sogenannten Risikoträgern, können die Vergütungen aber auch deutlich höher ausfallen.

Bei der DKB fällt das Vergütungsniveau ebenfalls überschaubar aus. Die 128 Risikoträger der Bank (ohne Vorstand) strichen 2015 ein Bruttogehalt von durchschnittlich gut 110.000 und einen Bonus von knapp 27.000 Euro ein und dabei handelt es sich um die Führungskräfte der Bank.


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