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GASTBEITRAG: Wie sich bösartige Kollegen zähmen lassen

Manche Kollegen sind einfach nur brutal.

Manche Kollegen sind einfach nur brutal.

Jeder der in der Arena der Finanzdienstleistungen arbeitet, weiß, dass Broker, Trader, Analysten oder Vorstände keine Lämmer sind. Handelssäle, Wertpapierhandelshäuser und andere Finanzdienstleister sind für ihr raues Umfeld berüchtigt, wo die Mitarbeiter zwar finanziell gut entlohnt werden, aber wo sie auch stärker als in anderen Branchen an ihre Grenzen gebracht werden. Dieser Druck kann allerdings ganz unterschiedlich ausfallen. Neben den notorisch langen Arbeitszeiten greifen einige Leute auf Angst, Einschüchterung und unangemessene Sprache zurück, um die Angestellten immer weiter anzutreiben.

Für mich als Unternehmens-Coach und als jemand, der schon einmal in einem Job gearbeitet hat, der seine Seele aussaugte und dem er fast das Leben gekostet hat, handelt es sich bei vielem, was an solchen Arbeitsplätzen vor sich geht, um Schikane und in vielen Fällen einfach nur um Mobbing.

Mobbing am Arbeitsplatz ist nicht in Ordnung

Falls Sie an einem Ort arbeiten, an dem die toxische Kultur der Unhöflichkeit, der üblen Nachrede und der Hinterhältigkeit herrscht und wenn sich Ihre Kollegen derart danebenbenehmen, dass sogar ihre Gesundheit, Ihre Familie, Ihre Produktivität und sogar Ihr Glaube an die Menschheit darunter leiden, dann stehen die Chancen gut, dass Sie im Büro gemobbt werden. Es handelt sich um eine Tatsache, dass allzu viele Leute, die in den Finanzdienstleistungen arbeiten, oft in Ihrer Arbeit unter emotionalen und psychologischen Schmerzen leiden.

Die Frage lautet nicht, ob dies passiert oder nicht, sondern was Betroffene unternehmen können. Meiner Meinung ist es überfällig, die generationenalte Tradition des beruflichen Leidens zu beenden und eine Arbeitsplatzrevolution an der Wall Street, den USA und dem Rest der Welt auszurufen.

Wer mich jetzt für ein Weichei hält oder meint, die Leute sollten wissen, worauf sie sich bei einem bestimmten Job einlassen – sie sollten sich damit abfinden oder gehen – dem sei gesagt, dass die Geschichte etwas komplizierter ist. Denn ein derartiges Verhalten kostet Finanzdienstleister Millionen, wenn nicht gar Milliarden.

Jeder Angestellte, der geht, kostet dem Unternehmen das Anderthalbfache seines Jahresgehalts, um einen Ersatz zu finden, den Neuen einzuarbeiten, Arbeitsnebenkosten und mehr. Hinzu kommt noch der menschliche Aspekt. Es besteht ein bedeutender finanzieller Anreiz, um angelernte Talente an das Unternehmen zu binden.

Schickanierer sind eigentlich nur Feiglinge, die Macht und Kontrolle über andere anstreben, weil sie glauben, dass damit ihre Angst verschwinden würde. Wir müssen zusammenarbeiten, um solchen Schickanierern das Handwerk zu legen, damit unsere Arbeitsplätze gesünder, aufregender und produktiver werden und wir nachhause kommen können, um unseren Familien mehr zu geben als Gehaltschecks und Boni. Glauben Sie mir: Auch mit Anstand und Respekt lassen sich andere effizient führen.

Was sich gegen Mobbing am Arbeitsplatz unternehmen lässt

Mein Vorschlag lautet, dass die Angestellten zusammenhalten sollten, um ein Umfeld zu schaffen, wo toxisches Verhalten nicht durchgeht. Dies erfordert, sich selbst rechenschaftspflichtig zu sein, Regeln aufzustellen, eine unaufhaltbare Einstellung zu schaffen, sich gegen die problematischsten Kollegen und Vorgesetzte zu erheben und so viele Mittstreiter wie irgend möglich zu finden.

Mein Motto habe ich von einem afrikanischen Sprichwort übernommen: Wenn Du schnell gehen willst, dann gehe alleine, aber wenn du weit gehen willst, dann gehe mit jemand anderem. Sich unsichtbar zu machen oder apathisch zu sein, stellt keine Lösung dar. Statt sich zu beklagen – auch wenn ich zwischen Jammern und Druck ablassen unterscheide, sollten Angestellte die Initiative übernehmen und möglichst gemeinsam Lösungen finden.

Doch was können Sie konkret unternehmen?

Der erste Schritt könnte darin bestehen, den Schickanierer oder der aggressiven Person mit einem positiven Feedback zu begegnen. Anstatt sich einfach nur zu beschweren, sollten Sie Ihr Anliegen auf konstruktive Weise vorbringen.

Hier ein Beispiel von drei möglichen Reaktionsweisen auf ein verbreitetes Problem. (Kleiner Spielverderber-Tipp: Nummer drei ist die richtige Vorgehensweise.)

Ein Kollege kritisiert Sie und Ihre Arbeit vor anderen Kollegen oder Kunden.

1. Die aggressive Reaktion: „Ich habe es satt, dass Sie mich vor anderen Leuten herunterputzen. Ich schwöre: Wenn das noch einmal vorkommt, dann haben Sie ein richtiges Problem.“

2. Die psychische Reaktion: Sie setzen Gerüchte über den Kollegen in die Welt, damit seine Glaubwürdigkeit irreparabel geschädigt wird, sobald er wieder mit jemanden spricht.

3. Die konstruktive Reaktion: Neben Sie Ihren Kollegen beiseite und sagen Sie ihm unter vier Augen: „Keith, Ich denke, es beschädigt meine Glaubwürdigkeit, wenn Du mich vor anderen kritisierst und berichtigst. Falls Du irgendeinen Korrekturbedarf siehst, dann würde ich es vorziehen, wenn wir das unter vier Augen besprechen. Können wir uns auf diese Vorgehensweise einigen?“

Falls diese subtile Methode nicht zum Ziel führt, dann sollten Sie sich mit anderen zusammentun. Dokumentieren Sie alles. Gehen Sie mit dem konkreten Vorfall und der Dokumentation zur Personalabteilung oder zum oberen Management. Versuchen Sie den Schickanierer auszuschalten und den Ton am Arbeitsplatz zu verändern.

Shola Richards ist Fortbildungsleiter am Universitätsklinikum der University of California in Los Angeles. Er ist Autor des Buches: „Making Work Work: The Positivity Solution to Any Work Environment.

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