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Die Krönung der Karriere: Wie es Investmentbanker zum Managing Director bringen

Managing Director

Managing Directors sind die kleinen Könige des Investment Bankings.

Während der Mensch die Krone der Schöpfung abgibt, stellt der Managing Director (MD) gewissermaßen die Krone des Investment Bankings dar. Es handelt sich um Abteilungsleiter, die nicht selten Einkommen jenseits der Millionengrenze einstreichen. Doch im Jahr neun nach der Finanzkrise sprechen die Banken immer weniger Beförderungen aus. Bestes Beispiel ist wie so häufig Goldman Sachs. Noch 2010 haben die Goldmänner 321 Mitarbeiter zum MD befördert. Seither ist die US-Investmentbank jedoch von einem jährlichen zu einem zweijährigen Beförderungszyklus übergangen. 2015 waren es noch 425 neue MDs, was rein rechnerisch pro Jahr gerade einmal 212,5 solcher Beförderungen ergibt. „Die Zahl der Beförderungen zum MD ist dramatisch gefallen“, bestätigt Graham Ward, der früher das Aktiengeschäft bei Goldman Sachs leitete und heute Führung am INSEAD in Fontainebleau bei Paris lehrt. „Eine MD-Position ist wieder etwas Erstrebenswertes und etwas Besonderes.“

1. Sie müssen als MD-Material betrachtet werden

Schon früh bekommen Mitarbeiter das Label umgehängt, das Potenzial zum Managing Director mitzubringen oder auch nicht. Bei ihren Jahresgesprächen werden etwa Vice Presidents regelmäßig auch danach beurteilt, ob sie für weiter Beförderungen und entsprechende Förderprogramme bereit sind.

Laut David Charters, der früher selbst Managing Director in Equity Capital Markets der Deutschen Bank war, werden Vice Presidents im besten Fall nach zwei Jahren nominiert. „Dabei muss alles nach Plan verlaufen: Es müssen Geschäfte hereinkommen, Sie müssen mit Leuten zusammenarbeiten, die Geld hereinbringen, und Ihr Anteil daran muss deutlich ausfallen.“ Doch normalerweise entscheidet sich erst nach drei bis vier Jahren, ob Vice Presidents als MD-Material gelten.

2. Sie müssen die Unternehmenswerte verinnerlichen

Die Meinungen über die Unternehmenswerte von Investmentbanken klaffen auseinander: Einige halten sie für bloße PR, andere für ernstgemeinte Werte. Doch eins ist klar: Wer es heute zu einem MD bringen möchte, muss sich an die Spielregeln des Konzerns halten und die Unternehmenswerte verkörpern, betont Ziad Awad, der früher MD bei Goldman Sachs und der Bank of America gewesen ist und heute die Boutique Awad Capital betreibt. „Sie müssen die strategische Vision des Senior Managements teilen“, sagt Awad. Ganz ähnlich sieht dies Ward: „Falls Sie nicht zur Unternehmenskultur passen, dann gelangen Sie nirgendwo hin.“

3. Sie brauchen Unterstützer innerhalb des Unternehmens

Nachdem Sie nominiert sind, folgt eine längere Debatte über Ihre Eignung für die Position. Die Teamleiter präsentieren ihre Vorschläge einer Gruppe von MDs, die diese Liste bis auf die akzeptabelsten Kandidaten zusammenstreichen. Die verbleibenden Personen werden dann ganz genau unter die Lupe genommen.

Es handelt sich um eine Art Rundum-Begutachtung – wie das bei Goldman Sachs heißt – „bei der die Meinungen der MDs und Partner des Geschäftsbereichs untersucht werden“, wie ein Insider der US-Investmentbank berichtet.

Nachdem über die Kandidaten ausgiebig gesprochen, sie von allen Seiten begutachtet und als Crème de la Crème befunden wurden, wird die Kurzliste dem oberen Management vorgelegt. Bei der UBS soll der Aufsichtsrat des Investment Bankings höchst persönlich die Eignung prüfen. „Der Chairman wird gebrieft, um wen es sich handelt und segnet die Beförderung ab oder auch nicht“, erzählt ein Banker. Dabei handelt es sich weitgehend um eine Formalie. Wer es einmal so weit gebracht hat, wird selten abgelehnt.

4. Sie müssen Führungskompetenz beweisen

Laut Awad würde jeder MD-Kandidat mit realen Chancen ohnehin bereits den Job eines MD erledigen. Die Performance-Zahlen dieser Kandidaten sollten also bereits zu denen der Spitzenkräfte zählen. Darüber hinaus müssten Kandidaten bereits zeigen, dass sie in der Lage sind, ein Team zu führen. Gute MDs müssen gute Manager sein. Daher müssen Sie auch belegen, dass sie „gute Führungskräfte sind und motivieren können“, meint Ward. Keinesfalls sollten sie sadistische Neigungen hegen und Befriedigung aus dem Quälen von Nachwuchsbankern ziehen, zumal es heute darum geht, die Analysten bei der Stange zu halten. „Ihre Führungskompetenzen sollten sowohl von Ihren Kollegen als auch Ihren Untergebenen geschätzt werden“, betont Awad.

5. Sie müssen Beständigkeit zeigen

Keinesfalls sollten Sie sich erst bei den alljährlichen Beförderungsrunden für MD würdig präsentieren. Das führt nirgendwohin. Vielmehr handle es sich bei der Beförderung zum MD um ein Marketingprojekt, meint Awad. Entsprechend müssten Sie sich im Verlauf Ihrer Karriere innerhalb und außerhalb des Unternehmens präsentieren. Intern müssen Sie über die Jahre Freundschaften und berufliche Beziehungen aufbauen. Extern kommt es auf tiefe und dauerhafte Beziehungen zu Ihren Kunden an. „Sie benötigen einen über Jahre beständigen Track Record, was sowohl die Performance als auch gemeinsame Werte betrifft“, sagt ein ehemaliger MD von JP Morgan.

6. Je jünger desto besser – besonders im Trading

Auch wenn es heute im Investment Banking längst nicht mehr nur auf Erträge ankommt, spielen sie zumindest im Trading immer noch die herausragende Rolle. Unter den 2015 bei Goldman Sachs ernannten MDs findet sich ein relativ hoher Anteil im Alter von unter 30 Jahren. Doch alle diese Jung-MDs kommen allein aus dem Trading.

Arbeitgeber unterlassen nicht unversucht, um Trader bei der Stange zu halten, die Geld in ihre Kassen spülen. Und die Konkurrenz versucht eben diese Trader abzujagen. Beim Trading handelt es sich immer noch um ein Geschäft, in dem junge Leute besonders brillieren, weshalb die Banken auch zu Expressbeförderungen bereit sind. „Wir sorgen uns immer darum, dass Trader auf dem mittleren Karrierelevel abgeworben werden. Beförderungen stellten dabei eine Mittel dar, um sie bei der Stange zu halten.“

7. Sie müssen Glück haben

Letztlich geht es darum, die sechs oben genannten Kriterien zu erfüllen und zu hoffen, dass es klappt, meint Ward. „Schließlich gibt es in dem Prozess immer noch ein Element der Subjektivität, das weitgehend undurchsichtig ist. Stellen Sie also sicher, dass Sie über gute Verbindungen verfügen, politisch geschickt agieren, transparente und gute Leistungen bringen. Darüber hinaus liegt es in der Hand Gottes“, meint Ward.

Doch welche Optionen haben Banker, die es nicht zum MD bringen? Zunächst gilt es, auf die kommende Beförderungsrunde zu warten. Üblicherweise brauchen Kandidaten zwei Anläufe, nachdem sie es auf die Shortlist geschafft haben. Doch falls Sie es zweimal hinter einander nicht auf die Shortlist bringen, dann sinken Ihre Chancen ungemein.

Es besteht immer noch die Möglichkeit zu einem anderen Arbeitgeber zu wechseln, sofern dieser eine Beförderung in Aussicht stellt. Da für Beförderungen interne Unterstützung erforderlich ist, stellt dies einen dornigen aber gangbaren Weg dar.

Beispielsweise wurde Alok Modi, Head of Government Bond and CDS Trading bei Morgan Stanley 2015 zum MD befördert – nach gerade einmal einem Jahr im Unternehmen. Zuvor war er Director bei Barclays gewesen.

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