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Acht Weichenstellungen mit Mitte 20, die nach ganz oben führen

Young businessman running on stairs in the street

Ein Investmentbanker Mitte 20 benötigt einen Karriereplan. Dabei kann es sich ebenso um den angestrebten Wechsel zu Private Equity oder Fintech wie die Entwicklung einer eigenen App handeln. Doch wer dem Investment Banking treu bleiben möchte, muss frühzeitig die richtigen Weichen stellen.

Derzeit versuchen sämtliche Investmentbanken ihre Belegschaft zu verjüngen, jüngere Beschäftigte sind einfach günstiger. Dennoch schaffen es nur wenige, die höheren Stufen der Karriereleiter vor dem 30. Geburtstag zu erklimmen. Zwischenzeitlich kommt es auf einen intelligenten, sorgfältigen Umgang mit den eigenen Karriereoptionen an. Laut Führungskräften von JP Morgan, der Deutschen Bank und Goldman Sachs kommt es vor allem auf Folgendes an:

1. Lernen Sie, Einfluss auszuüben

Junge Banker verfügen naturgemäß über wenig Autorität. Doch aufgrund des Nachwuchsmangels der zurückliegenden Jahre befinden sich junge Investmentbanker heute in einer besonders guten Ausgangssituation. Dennoch sind Führungsaufgaben noch weit entfernt.

„Zu verstehen, wie man Einfluss ohne jegliche formale Autorität ausübt, stellt einen ersten wichtigen Schritt zu Führungsverantwortung dar“, betont Graham Ward, der früher das Aktiengeschäft von Goldman Sachs leitete und heute Professor für Führung an der INSEAD-Business School in Fontainebleau bei Paris ist. „Die erste Führungsrolle, die Ihnen übertragen wird, kommt meist wie aus heiterem Himmel. Bei mir war das jedenfalls der Fall. Sie müssen auf unvorhergesehene Chancen vorbereitet sein.“

2. Hüten Sie sich vor Intrigen

Vor Büro-Intrigen sollten sich junge Banker hüten, warnt Kevin Rodgers, der früher den Devisenhandel der Deutschen Bank leitete und heute Marktkommentare verfasst. Sie sollten keine Brücken hinter sich abbrennen und lieber Freundschaften schließen.

„Wenn Sie bei Intrigen ein Genie sind, dann kommen Sie damit möglicherweise durch. Falls Ihnen das aber nicht gelingt, dann war’s das für Sie“, warnt Rodgers. „Bleiben Sie menschlich. Dann wird Ihnen mehr nachgesehen, wenn sich die unausweichlichen Fehlschläge einstellen. Darüber hinaus fällt es Ihnen am Morgen leichter, in den Spiegel zu blicken.“

3. Bauen Sie einen Track Record auf

Jobhopping empfiehlt niemanden für höhere Aufgaben. „Es stellt keine gute Idee dar, die Jobs in den ersten vier bis sechs Jahren wiederholt zu wechseln, es sei denn Ihr Arbeitgeber ist grauenvoll oder Sie erhalten ein höllisch gutes Angebot, das Sie nicht ablehnen können. Vielmehr sollten Sie erst an Ihrem Track Record arbeiten“, betont Rodgers. Darunter wird in der Finanzbranche die Liste der eigenen Erfolge verstanden.

4. Bauen Sie Ihre Verbindungen und nicht nur Ihre Kompetenzen aus

Sicherlich müssen Sie die erforderlichen Fachkenntnisse fürs Investment Banking mitbringen. Fachkompetenz spielt vor allem am Beginn einer Karriere eine große Rolle und es hilft zweifellos weiter zu den besten Analysten zu gehören. Aber „ein Netzwerk aufzubauen, es zu verwalten und über den eigenen Tellerrand hinauszublicken“ stellen zentrale Elemente dar, um überhaupt wahrgenommen zu werden, betont Ward.

„Wir tendieren dazu, die Bedeutung und Macht solcher Dinge zu übersehen“, sagt er. „Gute Beziehungen zu Entscheidern zu unterhalten, hat mehr Zugkraft als einfach seine Arbeit zu beherrschen. Ob Sie es mögen oder nicht, Politik stellt eine Lebenswahrheit dar. Sich vorzumachen, dass dies nicht der Fall sei, ist naiv.“

5. Ergreifen Sie die Chancen, wenn sie sich bieten

Ein Spezialist zu sein, ist gut. Doch wer es wirklich nach oben bringen möchte, benötigt breite Berufserfahrung.

„Ich wollte nie ins Banking gehen. Als ich dort einstieg, war ich bei der Frage flexibel, wo es mich hin verschlägt“, erzählt eine Führungskraft aus dem Geschäft mit Aktienemissionen, der lieber anonym bleiben möchte. „Dazu gehört auch, Chancen zu ergreifen – gleich in welchen Sektoren oder geographischen Regionen. Es handelt sich aber auch um eine Einstellungsfrage. Verstecken Sie sich nicht in einer Nische und verstehen Sie, dass Ihnen auf lange Sicht jede neue Erfahrung weiterhilft. Der richtige Zeitpunkt dafür liegt an ihrem Karrierebeginn.“

6. Behalten Sie Ihre langfristigen Ziele im Blick

Laut Mark Franczyk, der früher im Geschäft mit Aktienemissionen tätig war und mittlerweile als Konditor arbeitet, müssten sich Banker mit den unausweichlichen Karriererückschlägen abfinden. „Geben Sie nicht wegen kurzfristiger Rückschläge auf und lassen Sie sich auch nicht von kurzfristigen Erfolgen blenden“, warnt er. „Eine Karriere zahlt sich erst so richtig aus, wenn Sie die oberen Karrierestufen erreichen.“

7. Seien Sie sich über Ihre eigene Motivation im Klaren

Wer eine lange Karriere im Investment Banking anstrebt, sollte sich seiner Motivation bewusst sein. Engagement ergibt sich fast automatisch, wenn man seinen Beruf aus den richtigen Gründen ausübt.

„Falls Sie sich wirklich für Finance interessieren, dann überstehen Sie auch die Frustrationen des Arbeitsalltag“, meint Rodgers. „Falls das nicht der Fall ist und es Ihnen nur ums Geld geht oder Sie hier sind, weil Ihre Freunde hier angefangen haben, dann handelt es sich nur um eine sehr lange Plackerei.“

„Sich selbst, seine Motivationen, Werte und Ziele zu kennen, hilft Ihnen auf dem Weg zu Führungsaufgaben weiter“, ergänzt Ward.

8. Kümmern Sie sich um Führungskräfte-Schulungen

Investmentbanken befördern aufgrund von Leistungen. Es handelt sich also zumeist um Leute, die mehr Geld als ihre Kollegen hereinbringen. Dabei scheint eine zeitintensive Management-Fortbildung nur hinderlich zu sein. Doch dies stellt eine Fehleinschätzung dar, warnt Ward.

„Jede Gelegenheit zu einem Management- oder Führungskräfte-Training sollte ergriffen werden“, rät er. „Junge Leute glauben manchmal, dass Führung nur ganz oben stattfindet. Tatsächlich findet sie aber auf sämtlichen Ebenen eines Unternehmens statt.“

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