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„Es hat sich nichts fundamental verändert“: Junior bei Goldman Sachs um 2.30 Uhr zusammengebrochen

Goldman Sachs

Im Frankfurter Messeturm befindet sich das deutsche Hauptquartier von Goldman Sachs. (Foto: Getty Images)

Ein junger Investmentbanker von Goldman Sachs ist kürzlich um 2.30 Uhr nachts während der Arbeit im Frankfurter Messeturm zusammengebrochen, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet. Daraufhin musste die Bank einen Krankenwagen rufen. Zwischenzeitlich soll es dem jungen Mitarbeiter wieder besser gehen. Er habe gearbeitet, obwohl er gesundheitlich angeschlagen gewesen sei.

Die endlosen Arbeitszeiten im Investment Banking – vor allen in M&A – werden seit vielen Jahren beklagt. Nach dem Tod des Investment Banking-Praktikanten Moritz Erhardt bei der Bank of America Merrill Lynch in London vor drei Jahren hatten die Unternehmen versucht, die Belastung der Juniors einzuschränken – darunter auch Goldman Sachs. „Die Gesundheit unserer Mitarbeiter hat für uns Priorität. Wir schulen unsere Mitarbeiter regelmäßig, um sicherzustellen, dass sie verantwortungsvoll handeln – auch in Bezug auf die eigene Gesundheit“, versicherte Goldman Sachs.

Problem langer Arbeitszeiten schwelt weiter

Die Anstrengungen der Branche zur Begrenzung der Junior-Arbeitszeiten scheinen allerdings nicht von Erfolg gekrönt zu sein. „Es hat sich nichts fundamental verändert“, berichtet die ehemalige Investmentbankerin Sabrina Tamm, die heute als Personalberaterin bei Financial Talents u.a. Junior-Investmentbanker vermittelt. „Dazu hätte sich auch der Umgang der Senior-Investmentbanker mit den Kunden verändern müssen. Sie müssten ihren Kunden sagen, dass etwas z.B. nicht über das Wochenende zu bewerkstelligen sei und auch Montag noch Zeit dafür sei“, erzählt Tamm. „Das ist nicht der Fall.“

Obgleich das Problem noch immer bestehe, werde weniger darüber geredet als noch vor ein paar Jahren. „Es ist nicht mehr so schick, über lange Arbeitszeiten zu klagen“, sagt Tamm.

Auch andere Banken-Sparten und Big 4 betroffen

Das Problem überlanger Arbeitszeiten sei keinesfalls auf Investmentbanker beschränkt. Auch immer mehr Corporate Banker würden zusammenbrechen. „Hoher Blutdruck scheint unter älteren Corporate-Bankern so verbreitet zu sein wie Karies“, erzählt Tamm.

Auch die Big 4 hätten in ihrem M&A-Advisory mit dem Thema langer Arbeitszeiten zu kämpfen. Anders als bei den Investmentbanken würden hier viele Juniors nach Tarif bezahlt und es gebe Betriebsräte. Da auch hier viele Führungskräfte aus dem Investmentbanking stammen, herrsche unter ihnen wenig Verständnis für eine Begrenzung der Arbeitszeiten.


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