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Was JP Morgan zum Investment Banking von Deutscher Bank, UBS und CS prognostiziert

Zum Heulen: die Aussichten im Investment Banking

Zum Heulen: die Aussichten im Investment Banking

Werden sich die Investmentbanking-Erträge in 2016 erholen? Eher nicht – jedenfalls wenn die Prognosen des JP Morgan-Bankenanalysten Kian Abouhossein zutreffen. Dies geht aus einer über 100 Seiten starken Studie hervor, die das Team um Abouhossein gerade vorgelegt hat. Hier die wichtigsten Aussagen:

1. Die FICC-Erträge werden sich so schnell nicht erholen

Niemand sollte erwarten, dass die guten alten Zeiten im Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen (FICC) – und die damit verbundenen Beschäftigungszahlen – schnell zurückkehren.

JPMorgan revenue chart

2. Der Anteil des Aktien- und Beratungsgeschäfts an den Investment Banking-Erträgen legt zu

Traditionell stellt FICC die Hauptertragsquelle im Investment Banking dar. Mit dem Schwächeln der traditionellen Milchkuh gewinnen die anderen Geschäftsbereiche wie die Investment Banking Division oder der Aktienhandel an Bedeutung. Damit dürften auch die Beschäftigungsaussichten bis 2018 hier deutlich besser ausfallen.

JPMorgan Equities and IBD revenues

3. Auch in FICC gibt es gute und schlechte Bereiche

Besonders schlecht sieht es in FICC im Handel mit Kreditderivaten, Krediten, Anleihen aus Schwellenländern oder mit Rohstoffen aus. Besser soll hingegen der Handel mit Zinsen (rates) oder Währungen laufen, da beide Bereiche von einer erhöhten Volatilität profitieren. Im Aktiengeschäft sieht es wiederum im Derivategeschäft schlecht aus.

JPMorgan revenues by product

4. Das Ertragsniveau ist auf das der Jahre 2005 und 2006 zurückgefallen

Wer es immer noch nicht glaubt: Beim Investment Banking handelt es sich um eine stagnierende Branche. Ein Ertragsanstieg ist bis 2018 kaum zu erwarten. Da aber gleichzeitig aufgrund der steigenden Regulierung und Compliance die Kosten kräftig zulegen, werden die Banken versuchen sich auf der Kostenseite zu sanieren. Keine guten Aussichten für Beschäftigung und Vergütung.

JPMorgan 2005 and 2006

5. Schwäche im Kredithandel trifft Credit Suisse besonders hart

Auch im Handel mit Krediten werden die guten Zeiten so schnell nicht zurückkehren. Da die Credit Suisse hier besonders aktiv ist, dürfte sie von der Ertragsschwäche überproportional getroffen werden. Dies und der vom neuen Chef Tidjane Thiam angekündigte Umbau der Bank verheißt nichts gutes für die Mitarbeiter.

JPMorgan FICC

6. Die Aufwands-Ertrags-Quote scheint bei den europäischen Investmentbanken außer Kontrolle geraten zu sein

Auf der Kostenseite haben die europäischen Investmentbanken ihre Hausaufgaben noch lange nicht erledigt. Besonders schlecht sieht es mit 86 Prozent bei BNP Paribas aus. Die Franzosen müssen für jeden Euro Ertrag also 86 Cent auf den Tisch legen. Auch bei der Credit Suisse fällt die Quote mit 77 Prozent bedenklich aus.

JPMorgan cost income ratio

7. Die angestrebten Kostensenkungsmaßnahmen sind bei den europäischen Banken unzureichend

Die Credit Suisse plant ihre Kosten lediglich um 3 Prozent zu senken und gleichzeitig die Erträge um 7 Prozent zu steigern. Wie bei anderen europäischen Banken dürfte hier eher das Prinzip Hoffnung als ein gesunder Realismus im Spiel sein. Die Bankenanalysten von JP Morgan rechnen damit, dass weitere Sparmaßnahmen erforderlich werden. Der Drohung des neuen Deutsche Bank-Chefs John Cryan, dass die Vergütungen in der Branche immer noch zu hoch seien, dürften bald Taten folgen.

JPMorgan cost cutting european banks

8. Schweizer Banken sind bei Einschnitten führend

Nach der Analyse von JP Morgan hat die Credit Suisse seit 2009 den Personalaufwand in ihrer Investmentbank um stolze 39 Prozent zurückgefahren. Wie die meisten anderen Banken auch wurde dies hauptsächlich durch das Ausscheiden von besonders teuren Arbeitskräften erreicht, während die strukturellen Kosten bislang nocht nicht gebührend gesenkt wurden. Beim Personalabbau seit 2009 hat hingegen die UBS die Nase vorn.

JPMorgan compensation cuts

9. Kostensenkungen im Middle und Back Office sind unumgänglich

Die größte Herausforderung für 2016 und die Folgejahre stellt der dramatische Anstieg der Infrastrukturkosten dar, der auf die wachsende Regulierung und die steigenden IT-Kosten zurückgeht. Falls die Banken diese Herausforderung nicht in den Griff bekommen, dürften die Aktionäre der Banken noch lange auf eine angemessene Eigenkapitalrendite warten.

JPMorgan control costs

10. Besonders die Deutsche Bank muss Personal in der Infrastruktur abbauen

2011 kamen bei der Deutschen Bank auf jede Stelle im Front Office 1,7 Arbeitsplätze in der Infrastruktur. Im alten Jahr waren es bereits 2,4 Stellen. Von daher stellt es keine Überraschung dar, dass die Strategie 2020+ der Bank eine deutliche Verringerung der Komplexitität anstrebt. Dies wird wohl auf einen Personalabbau im Middle und Back Office hinauslaufen.

Deutsche bank infrastructure

11. Hoher Personalabbau im Back Office erforderlich, um zweistellige Eigenkapitalrendite zu erreichen

Die Analysten von JP Morgan rechnen vor, dass die Deutsche Bank ein Viertel ihres Personals im Back Office abbauen muss, um eine Eigenkapitalrendite von gerade einmal 12 Prozent zu erzielen. Dagegen scheinen UBS und Credit Suisse im Back Office ihre Hausaufgaben gemacht zu haben. JP Morgan rechnet hier mit keinen weiteren Einschnitten.

Back office cuts

12. Die Erträge pro Mitarbeiter liegen bei US-Banken weit höher als bei der europäischen Konkurrenz

Bei der Deutschen Bank ist jeder Mitarbeiter rein rechnerisch für Erträge von 612.000 Dollar verantwortlich. Bei UBS und Credit Suisse sind es zumindest 739.000 bzw. 746.000 Dollar. Damit liegen sie aber weit hinter der US-Konkurrenz. Goldman Sachs bringt es z.B. auf 1,16 Mio. Dollar pro Mitarbeiter.

Header revenues per head

Revenues per head

13. Die Großen im Anleihegeschäft werden die Gewinner sein

Laut Abouhossein werden die fünf größten Investmentbanken im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren in Zukunft zu den Gewinnern zählen. Neben den US-Banken zählt der Bankenanalyst hierzu auch die Deutsche Bank.

Where to work in fixed income

14. Die Gewinner im Aktiengeschäft

Zu den Gewinnern im Aktiengeschäft werden nach der Studie von JP Morgan weder die Deutsche Bank noch die UBS zählen – allerdings die Credit Suisse.

Where to work in equities

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