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Wieso Bundesbankchef Axel Webers Wechsel zur Deutschen Bank der richtige Karriereschritt wäre

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe. Laut der Nachrichtenagentur Reuters will Bundesbankchef Axel Weber seinen Posten aufgeben und zur Deutschen Bank wechseln. Dabei galt der 53jährige während der Eurokrise als Favorit auf die Nachfolge des Chefs der Europäischen Zentralbank (EZB) Jean-Claude Trichet.

An der EZB-Spitze hätte Weber auf einer Augenhöhe mit dem US-Notenbankchef Ben Bernanke gestanden und ein gewichtiges Wort in der internationalen Währungs- und Wirtschaftspolitik mitreden dürfen.

Diese Aussichten scheinen den ehemaligen Wirtschaftsprofessor nicht zu überzeugen. “Die EZB-Kandidatur hat sich erledigt”, zitiert Reuters eine mit dem Vorgang vertraute Person. Andere Quellen sollen diese Nachricht bestätigt haben.

Weber verdiente schon in der Vergangenheit besser als Trichet

Dabei trifft Weber aus Karrieresicht die richtige Entscheidung, wie ein kurzer Blick auf die Gehaltsabrechnungen für das Jahr 2009 beweist; jüngere Zahlen sind leider nocht nicht verfügbar. Demnach kassierte Bundesbankchef Weber in 2009 insgesamt 388.074 Euro – und 81 Cent, wie der Geschäftsbericht der Zentralbank minutiös aufschlüsselt.

Bei einem Sprung an die Spitze der EZB wäre Weber in punkto Macht und Renommee die Karriereleiter hinaufgeklettert. Doch bei der Bezahlung wäre der 53jährige sogar eine Sprosse hinabgestiegen. Denn EZB-Chef Trichet kassierte in 2009 lediglich 360.612 Euro, was exakt 27.462 Euro (und 81 Cent) oder ein Mittelklassewagen weniger sind als in seiner Postion als Bundesbankpräsident.

Dagegen würde Weber bei einem Wechsel in den Deutsche Bank-Vorstand aus finanzieller Sicht die Karriereleiter nicht hinaufklettern, vielmehr würde er einen Expresslift aufwärts nehmen. Denn das am schlechtesten bezahlte Vorstandsmitglied der Deutschen Bank – Regionalvorstand Jürgen Fitschen – musste sich in 2009 mit 3,01 Mio. Euro begnügen, was immerhin das Achtfache Webers derzeitiger Bezüge ausmachen würde.

Weber müsste 25 Jahre arbeiten, um Ackermanns Salär zu erreichen

Falls sich jedoch die Gerüchte bewahrheiten sollten und Weber sogar als Nachfolgekandidat für den jetzigen Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann aufgebaut werden soll, ergibt sich eine völlig andere Rechnung. Denn Ackermann strich in 2009 insgesamt 9,55 Mio. Euro ein, was das 25fache des Bundesbankchefs bedeutet.

Und dabei müsste Weber nicht einmal auf Macht und Ansehen verzichten. Schließlich erfährt kein anderer Manager eines DAX-Unternehmens eine derartige Aufmerksamkeit von Medien und Politik wie der Deutschen Bank-Chef.

Wenn nicht Ackermann, sondern Ulf Schneider bemerkt hätte, dass Frauen einen Vorstand “farbiger und schöner” machen, dann hätte sich wohl kaum die Weltpresse hierauf gestürzt. Übrigens, falls Sie es nicht wissen sollten: Ulf Schneider ist Chef der Fresenius SE – einem der nach Marktkapitalisierung kleinsten DAX-Unternehmen.

Kommentare (2)

Comments
  1. Nur was soll Weber bei der Deutschen Bank machen? Der Mann hat niemals (!) für eine Geschäftsbank gearbeitet und war zuvor Professor. Da ist der gute Mann wohl kaum als Ackermann-Nachfolger geeignet. Und die Art und Weise, wie das publik wurde, ist sicherlich nicht karrierefördernd.

  2. Wenn Weber zur DB kommt, gehe ich. Der Typ hat noch nie für ein Unternehmen gearbeitet, geschweige denn eine Bank gesteuert – und wir sprechen hier nicht von einer Wald und Wiesen Sparkasse, sondern von einer global operierenden Universalbank… Kein IBanking MD würde ihn respektieren, sofern er nicht einen Analyst Job in unserem Research-Bereich macht – übrigens bei besserem Gehalt.

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