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Unicredit streicht 12.000 Stellen: Was droht der HypoVereinsbank?

Bei Unicredit steht ein Streichkonzert an.

Bei Unicredit steht ein Streichkonzert an.

Der bereits angekündigte Abbau von 5000 Stellen scheint Unicredit-Chef Federico Ghizzoni nicht auszureichen. Die Financial Times (FT) zitiert mehrere anonyme Quellen, wonach die Italiener sogar 12.000 Stellen streichen wollen. Auf diese Weise sollen die Kosten um 1 Mrd. Euro gesenkt werden.

Ein Schwerpunkt soll ausdrücklich auf der Bank Austria und der HypoVereinsbank (HVB) liegen, wo die Aufwands-Ertragsquote auf 80 Prozent gesenkt werden soll. Dies ist jedoch in München bereits der Fall. Die HVB weist fürs erste Halbjahr eine Kostenquote von 75,2 Prozent auf. Bei der Bank Austria lag die Quote sogar bei nur 52,6 Prozent.

Laut der FT sollen bei der HVB vor allem Jobs im Investment Banking und im Back Office wegfallen. Beim letzten Streichkonzert seit August 2014 wurden 1300 Jobs in den Filialen und 200 in der Zentrale abgebaut. Das Corporate & Investment Banking stellt jedoch traditionell die Gewinnquelle der HVB dar. Von dem Vorsteuergewinn von 490 Mio. Euro im ersten Halbjahr entfallen allein 289 Mio. auf das Investment Banking.

Bedrohlicher könnte für die Investment Banker sein, dass die Unicredit mit dem Abbau auch eine Kapitalerhöhung vermeiden möchte. „Das Ziel besteht darin, eine Kapitalerhöhung zu vermeiden. Denn wenn dies passieren würde, würde das Management nachhause geschickt“, zitiert die FT eine Quelle. Tatsächlich sind einige Investment Banking-Aktivitäten wie das Fixed Income- und Derivate-Geschäft überaus kapitalintensiv, weshalb sich viele europäische Banken hieraus teilweise zurückziehen. Weiter sei im Gespräch das Filialgeschäft der Bank Austria womöglich an die Bawag zu verkaufen. Die Bank Austria beschäftigte zuletzt fast 36.000 Mitarbeiter.

Ghizzoni will die Restrukturierung bei der Vorlage der Quartalszahlen am kommenden Mittwoch (11. November) bekanntgeben. Dabei scheint die Zahl 12.000 nicht in Marmor gemeißelt zu sein. „Die Zahlen können bis zur letzten Minute verändert werden“, heißt es von der Unicredit, wie der Standard berichtet.


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