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Tatort Vorstellungsgespräch: Die vier klassischen Körpersprachen-Fehler

Nicht jedes Lächeln kommt gut an.

Nicht jedes Lächeln kommt gut an.

Es gibt Kandidaten, da passt einfach alles: Lebenslauf, Qualifikation und Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch. Und dennoch entscheidet sich das Unternehmen gegen sie. Ein oft unterschätzter Grund für einen Misserfolg kann in der Körpersprache liegen. Wir haben die vier verbreitetsten Fehler zusammengestellt:

1. Sie Lächeln zu viel

Viele Forscher haben sich den Kopf zerbrochen, welche Rolle das Lächeln in einem Vorstellungsgespräch spielt. Schließlich stellt ein gekonntes Lächeln die naheliegendste Taktik dar, um die Sympathie der Gesprächspartner zu gewinnen – sollte man meinen. Aber der Grad des Lächelns hängt auch von dem Job ab, um den es sich handelt. So schnitten in einem Test – in diesem Fall ging es um einen Zeitungsjournalisten – Kandidaten mit einer ernsten Miene besser ab. In seriösen Berufen und Branchen, die von Männern dominiert werden wie z.B. Banking, kommt weniger Lächeln oft besser an. Denn weniger Lächeln zeugt von „Maskulinität“.

2. Sie haben keine „Power-Pose“ eingenommen

Karrierecoachs und Psychologen empfehlen vor einem stressigen Vorstellungsgespräch  heimlich sogenannte „Power-Posen“ einzunehmen. Denn kraftvolle Gesten haben psychosomatische Folgen, die Sie bei einem Vorstellungsgespräch selbstbewusster auftreten lassen. Das kommt regelmäßig besser an als Kandidaten, die die Arme verschränken und sich verschämt auf ihrem Stuhl lümmeln.

Diese Erkenntnisse wurden erst kürzlich wieder von der American Psychological Association bekräftigt. „Power-Posen“ würden den Testosteronspiegel ansteigen lassen. Gleichzeitig sinke der Level des Stresshormons Cortisol.

3. Sie sprechen zu langsam

Nervosität im Vorstellungsgespräch ist völlig normal. Schließlich geht es um Ihre berufliche Zukunft, was für erheblichen Druck sorgt. Eine neue Studie, die Amanda Feiler und Deborah Powell an der Universität Guelph in Kanada durchgeführt haben, kommt zu dem Ergebnis, dass nur Experten die Anzeichen für Angst wie Nesteln an der Kleidung, Zappeln oder den Blicken auszuweichen richtig zu deuten wissen.

Von entscheidender Bedeutung ist vielmehr Ihre Sprechgeschwindigkeit. Desto langsamer jemand spricht, desto nervöser wird er von seiner Umgebung wahrgenommen. Dem Kandidaten wird rasch geringe Durchsetzungsfähigkeit und ein Mangel an persönlicher Wärme attestiert. Beide Faktoren spielen bei einer Einstellungsentscheidung eine große Rolle.

Doch Vorsicht: Die optimale Sprachgeschwindigkeit hängt auch vom jeweiligen Kulturraum ab. In Deutschland zeugt ein rascher Sprachduktus tatsächlich von Selbstbewusstsein und Durchsetzungsfähigkeit. In der Schweiz jedoch wird er eher als arrogant und ungehobelt wahrgenommen. Wer also zu einem Vorstellungsgespräch bei den Eidgenossen eingeladen wird, sollte seine Sprachgeschwindigkeit drosseln.

4. Die Tücke mit dem Händeschütteln

Laut Professor Ferdinand Petra von der Wirtschaftshochschule HEC in Paris kommt dem Händeschütteln in einem Banking-Interview große Bedeutung zu. Petra muss es wissen, hat er doch früher im Investment Banking von Barclays gearbeitet. Falls Sie beispielsweise am Ende eines Vorstellungsgesprächs aufspringen, um Ihren Gesprächspartnern die Hände zu schütteln, werden Sie als unvorbereitet wahrgenommen. Vielmehr müsse der richtige Moment antizipiert werden.

„Sie müssen sich leicht auf das Händeschütteln zubewegen“, empfiehlt auch Karrierecoach Patti Wood. „Sie sollten zum Händedrücken nicht aufspringen. Wenn Sie auf Ihre Gesprächspartner warten, dann sollten Sie im Warteraum vielmehr auf der Kante Ihres Stuhles sitzen, um leicht und selbstsicher aufstehen zu können.“

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