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Karrieresprungbrett Inhouse Consulting

karrieresprungbrett

Regulierung, Digitalisierung und Restrukturierung. Es gibt kaum eine Bank, die nicht einer Großbaustelle gleicht. Und überall werden Heerscharen von Consultants beschäftigt. So hat beispielsweise Deloitte im alten Geschäftsjahr 27 Prozent des Umsatzes mit Finanzdienstleistern generiert. Doch was die Consulting-Branche beglückt, schlägt bei Banken und Versicherungen als Kosten auf.

Die Vorteile des Inhouse Consulting

„Um Kosten zu sparen, bauen die großen Finanzdienstleister schon seit einigen Jahren ihr Inhouse Consulting aus“, beobachtet Personalberater Aleksander Montalbetti von Indigo Headhunters in Frankfurt. Darüber hinaus würden Inhouse Consultants das Unternehmen besser kennen als externe Berater und die Implementierungsphase begleiten. „Zum Beispiel wird im Laufe von Strategie-Projekten oft die Zahl der externen Berater heruntergefahren“, erläutert Montalbetti. „Große Umsetzungsprojekte werden oft vom Inhouse Consulting gesteuert. Extern wird nur noch die benötigte Expertise eingekauft.“

Headhunter Andreas Christl von Talentspy in München macht eine ganz ähnliche Beobachtung. Vor allem Großbanken wie Deutsche Bank, Hypo Vereinsbank und Commerzbank würden ein eigenes Inhouse Consulting betreiben und ausbauen. „Es gibt aber auch kleinere Unternehmen mit einem Inhouse Consulting mit fünf bis zehn Leuten“, sagt Christl. „Das wird dort oft über die Strategieabteilung mitabgebdeckt.“

„Es besteht ein deutlicher Kostenvorteil gegenüber externen Beratungen“, bestätigt der Leiter des Allianz Inhouse Consulting Martin Seibold. „Dies ermöglicht einen langfristigen Einsatz interner Berater bei Projekten. Projekte werden über die Konzeption hinaus begleitet, so dass die wirksame betriebliche Umsetzung sichergestellt werden kann.“ Auf diese Weise würden vertrauliche Daten innerhalb des Konzerns bleiben.

Doch es gibt noch weitere Vorteile. „Die internen Berater sind mit den innerbetrieblichen Prozessen, dem Geschäftsmodell der Allianz und der handelnden Personen vertraut“, erläutert Seibold. „Zu Projektbeginn entfällt dadurch die obligatorische Einarbeitungsphase oder kann zumindest deutlich verkürzt werden.“

Welche Profile im Inhouse Consulting gesucht werden

Grundsätzlich wiesen die Banken und andere Finanzdienstleister einen breiten Beratungsbedarf auf. Es gehe um Strategieberatung, die Umsetzung immer neuer Regulierungsanforderungen, die Automatisierung von Arbeitsabläufen und die Aufsetzung neuer IT-Plattformen. Daher würden die Finanzdienstleister ganz unterschiedliche Profile fürs Inhouse Consulting suchen, wobei es jedoch eine Grundanforderung gebe. „Die Kandidaten müssen alle über Beratungserfahrung verfügen“, erläutert Christl. Diese kann z.B. bei Strategieberatungen wie McKinsey, bei den Big 4 oder bei Spezialberatungen gesammelt werden. Dabei haben Kandidaten auf allen Karrierestufen Chancen. „Von Juniors über Seniors bis Principals wird alles gesucht“, beobachtet Christl.

Auch Einsteiger haben Chancen

Laut Montalbetti würden auch Berufseinsteiger vom Inhouse Consulting angeheuert. „Dabei fallen die Anforderungen ganz ähnlich wie bei den Beratungen aus“, betont der Experte: Überdurchschnittliches Abitur, guter oder sogar sehr gutes Studienabschluss möglichst von einer angesehenen Uni, Auslandsaufenthalte und relevante Praktika möglichst in einer der großen Beratungen.

„Ein Universitätsabschluss, sehr gute Noten und Praktika in einer Unternehmensberatung oder in der Finanzwirtschaft sind entscheidende Voraussetzungen für einen Einstieg im Allianz Inhouse Consulting“, sagt Seibold von der Allianz. „Bevorzugte Studiengänge sind Wirtschaftswissenschaften, Naturwissenschaften und Jura, jeweils mit Masterabschluss. Gefragt sind Talente mit stark ausgeprägten analytischen und strategischen Fähigkeiten. Unser Karrieremodell sieht vor, dass sich diese Berufseinsteiger methodisch, fachlich und persönlich zum Senior Manager entwickeln.“

Niedrigere Gehälter und bessere Work-Life-Balance als in der externen Beratung

Zum externen Consulting gibt es indes einen kleinen Unterschied. „Die Gehälter im Inhouse Consulting sind nicht auf dem Niveau wie in der Strategieberatung“, warnt Christl. Die Höhe der Abschläge wollte der Headhunter indes nicht beziffern. Doch wieso wechseln dann externe Berater ins Inhouse Consulting? „Die Work-Life-Balance ist oft besser“, erläutert Christl. „Die Arbeitszeiten sind nicht auf dem Niveau wie bei den Strategieberatungen und die Reisetätigkeit ist stark reduziert.“

Wieso das Inhouse Consulting ein Karrieresprungbrett darstellt

Der Hauptgrund für den Wechsel liegt jedoch anderswo. „Das ist der klassische Weg von der Beratung zu den Corporates“, betont Montalbetti. Viele Consultants würden nur einige Jahre bei einer Unternehmensberatung verbringen und anschließend eine Karriere in einem Unternehmen wie etwa einer Bank anstreben. „Ein Wechsel ins Inhouse Consulting stellt oft ein Sprungbrett in die Linienfunktionen bei dem Unternehmen und auch einen Weg raus aus der externen Beratung dar“, ergänzt Christl.

„Im Inhouse Consulting hat man die Chance, einen Konzern von innen heraus kennenzulernen, ein Netzwerk aufzubauen und damit die Grundlagen für die weitere Karriere zu legen“, erläutert Montalbetti. Auch Stellen in den Stäben, Strategie- und Projekteinheiten böten sich für den Wechsel von der Beratung ins Unternehmensumfeld an.

Oftmals gebe es sogar feste Fahrpläne. Erst würden Berufseinsteiger ein paar Jahre das Beratungshandwerk in einem Consulting-Unternehmen lernen, anschließend zwei oder drei Jahre im Inhouse Consulting verbringen und im Anschluss eine Linienfunktion im Unternehmen übernehmen. „Daher kann man durchaus das Inhouse Consulting als Sprungbrett für eine Karriere in einem Konzern sehen.“


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