☰ Menu eFinancialCareers

Die heißesten Profile in der Schweiz

Auch wenn die Temperaturen niedrig ausfallen, kann es heiss zugehen.

Auch wenn die Temperaturen niedrig ausfallen, kann es heiss zugehen.

Endlich beginnt der Frühling. Und auch auf dem Arbeitsmarkt für Finanzprofis stehen die Zeichen nach der Bonussaison auf Neueinstellungen. Dabei scheint der starke Schweizer Franken das Einstellungsverhalten von Finanzdienstleistern bislang nicht zu beeinträchtigen. „Das Jahr hat sehr gut begonnen, trotz der Euro/Franken-Situation“, berichtet etwa Headhunter Stephan Surber von Pageexecutive in Zürich.

Der Experte schätzt, dass die Boni in der Schweiz etwa auf Vorjahresniveau liegen. „Die Top-Performer haben mehr als in 2013 erhalten. Die übrigen 5 bis 10 Prozent weniger“, schätzt der Personalberater. Doch worin bestehen derzeit die gefragtesten Profile auf dem Schweizer Arbeitsmarkt für Finanzprofis? Wir haben nachgefragt.

In M&A und Corporate Finance wird kräftig gesucht

Im Bereich Transaktionen, M&A und Corporate Finance sehen wir in der Schweiz viel Bewegung Share on twitter“, beobachtet Headhunter Philipp Buis von Jauch Associates in Zürich. „Das ist ein Profil, das wir öfters gesucht haben.“ In der Schweizer Wirtschaft bestehe hoher Konsolidierungsbedarf, der auch die Nachfrage nach Profilen fördere, die sich mit Firmenkäufen und -verkäufen beschäftigen. „Die Nachfrage stammt nicht nur von Banken, sondern auch von Beratungen und von Corporates, die selbst solche Abteilungen unterhalten“, ergänzt Buis.

Vor allem auf Junior-Level herrscht im europäischen M&A-Geschäft ein veritabler Juniormangel, der jetzt auch die Schweiz zu erreichen scheint. Headhunter Chris Lawson, Head of Transaction Banking bei Selby Jennings in Zürich sagt: „Im vergangenen Quartal hat nahezu jede internationale Bank in Zürich und Frankfurt nach M&A-Associates mit vier bis sechs Jahren Berufserfahrung gesucht. Einen Kandidaten auf diesem Level zu finden, der Erfahrungen mit großen M&A-Transaktionen über mehrere Sektoren hinweg mitbringt und sich nach anderen Chancen in M&A umschaut, kann sehr schwierig sein.“ Ein Grund für die hohe Nachfrage liege darin, dass M&A-Associates oft zu Private Equity oder auf die Buy-Side wechseln möchten.

Ausbau des Firmenkundengeschäfts

Laut Surber bauen Banken vor allem im Firmenkundengeschäft Personal auf. „Es handelt sich nicht nur um Replacements; es werden auch neue Stellen geschaffen“, versichert der Headhunter. Es sei allerdings schwierig, Finanzprofis aus dem Corporate oder Commercial Banking zu einem Wechsel zu animieren. „Da geht es den Leuten einfach zu gut.“

Im Asset Management wird vor allem in Sales gesucht

Laut Headhunter Thomas Bossard von Bianchi & Partner in Zürich hat 2015 besser angefangen als 2014. „Gesucht wurden im Asset Management zur Stärkung der Strukturen vor allem Sales-Profile – das gilt sowohl für Wholesales als auch für Institutional Sales“, sagt Bossard.

Zu Jahresbeginn hätte der Ausbau überwogen, da seinerzeit die Budgets für die Personalplanung zur Verfügung gestellt wurden. Nach der Bonussaison erlange indes auch die Wiederbesetzung frei werdender Stellen an Bedeutung. Auch im Portfolio-Management herrsche Bewegung, insbesondere für die Anlageklassen Aktien, Anleihen und Mischportfolios. „Wir sind sehr positiv für den weiteren Jahresverlauf“, sagt Bossard.

Surber bestätigt, dass im Asset Management vor allem Sales-Profile gesucht seien – sowohl in Institutional als auch in Wholsesales. Eine steigende Nachfrage beobachtet der Headhunter nach Sales-Experten für Alternative Investments. „Angesichts der Negativzinsen sind die Pensionskassen nahezu gezwungen zu investieren“, erläutert Surber. „Daher zeigen sie sich offener für Aktien und Alternative Investments.“

In Sales sind Sprachkenntnisse Trumpf

„Neben Berufserfahrung und relevanter Seniorität sind Sprachkenntnisse in jedem Teil der Schweiz sehr wichtig und sie werden immer wichtiger“, beobachtet Headhunter Laszlo Ujpal von Selby Jennings in Zürich. „Besonders bei Sales und Marketing auf der Buy-Side handelt es sich um sehr kundenorientierte Gebiete und Kenntnisse in Deutsch, Französisch und Englisch sind sehr wichtig.“ Jede weitere Sprache sei von Vorteil.

Arbeitgeber würden großen Wert auf Konsistenz im Lebenslauf legen. Kandidaten sollten nicht zu häufig die Sektoren oder den Arbeitgeber gewechselt haben. Noch besser sei es, wenn sie intern befördert wurden. Das zeuge von Loyalität, meint Ujpal.

Hohe Nachfrage nach Steuerexperten hält an

Wer sich in internationalen Steuerfragen und Rechnungslegungsstandards auskenne, braucht sich um seine berufliche Zukunft nicht zu sorgen. „Im vergangenen Quartal haben multinationale Konzerne in der ganzen Schweiz und auch die Big 4 nach Steuerexperten mit unterschiedlich langer Berufserfahrung gesucht – von eher jüngeren Kandidaten mit drei bis fünf Jahren bis zu Managern und Direktoren mit sieben bis zwölf Jahren Berufserfahrung“, sagt Elliott Milton, Head of Professional Services von DSJ Global in Zürich. Gesucht würden Kandidaten, die mit den Rechnungslegungsstandards US-Gaap und Swiss-Gaap auskennen oder auch mit dem internationalen und dem Schweizer Steuerrecht. Derartige Profile zu finden, könne sehr schwer fallen. „Ein Haupttreiber hierfür besteht darin, dass die Mehrheit der Profis, die sich mit Schweizer Steuerrecht auskennen, auf breitere Finance-Funktionen wechseln und nur sehr selten in dieser Nische mehr als drei Jahre bleiben.“

Befristete Beschäftigung als Sprungbrett in die Compliance

„In der Compliance beobachten wir auch weiterhin eine sehr starke Nachfrage. Das gilt sowohl für permanente als auch für befristete Beschäftigung“, erzählt Headhunter Emmanuel Kessler von Kessler.Vogler in Zürich. „Neu ist, dass wir wieder mehr Exklusiv-Mandate erhalten.“ Ein Zeichen für eine weitere Verschärfung des Talentmangels.

Kessler empfiehlt Finanzprofis, die sich in den Boomsektor Compliance hineinentwickeln wollen, über eine befristete Beschäftigung nachzudenken. „Dort stellen die Arbeitgeber oft geringere Anforderungen an die Kandidaten als im permanenten Bereich“, erzählt Kessler. „Es kommt fast gar nicht vor, dass jemand eine Stelle kündigt, um in eine befristete Position zu wechseln. Daher ist die Konkurrenz um befristete Stellen geringer“, erläutert Kessler. Für jüngere Juristen mit einer begrenzten Berufserfahrung stelle eine auf sechs oder zwölf Monate befristete Beschäftigung eine gute Chance dar, sich für Aufgaben zu qualifizieren, für die sie bisher nicht infrage kamen oder weitere Erfahrungen in anderen Bereichen der Compliance zu sammeln.

Auch IT in Finance wird zunehmend von Compliance geprägt

„Die regulatorischen Anforderungen stellen derzeit das Hauptthema dar“, erläutert der auf IT in Finance spezialisierte Headhunter Mark Dowsett von Stamford Consultants in Zürich. „Das schlägt vom Banking auch auf die IT durch.“ Dazu würden weniger Entwickler gesucht, sondern eher Projekt-Manager, Produkt-Manager und Business-Analysten, die an der Implementierung regulatorischer Vorgaben in die Bank arbeiten. Die eigentliche Programmierung würde dann oft an günstigeren Standorten außerhalb der Schweiz erfolgen.


Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier