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GASTKOMMENTAR: Kauft einen Headhunter!

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, sich die Dienste eines Headhunters zu kaufen? Vielleicht haben Sie davon schon einmal geträumt und diesen Gedanke sofort von sich gewiesen – weil dies hierzulande unüblich ist.

Da sich meine Jobsuche aufgrund der schwelenden Finanzkrise als recht arbeitsaufwändig erwiesen hat, lässt mir diese Idee keine Ruhe mehr. Wenn ein Unternehmen einen Headhunter engagieren kann, um einen guten Kandidaten zu gewinnen, wieso kann ein Kandidat nicht auch das gleiche unternehmen, um sich den Traumjob zu sichern?

Damit Sie mich nicht falsch verstehen: Ich leide nicht unter akuter Faulheit. Ich habe mich bei meiner Jobsuche voll eingesetzt und das täglich. Mein Lebenslauf und mein Anschreiben wurden von Recruitment-Profis geprüft. Die Vorstellungs-Trainings bei spezialisierten Anbietern haben stets ein positives Feedback ergeben.

Daher kann ich für mich persönlich sagen: Ich würde durchaus auf 25 Prozent meines ersten Jahresgehalts für einen Headhunter verzichten, der sein Netzwerk dazu nutzt, um für mich eine Stelle aufzutreiben. Genauso wie ein Arbeitgeber für die Dienste eines Headhunters 25 Prozent des Bruttogehalts eines platzierten Kandidaten bezahlt.

So habe ich in meinem Umfeld herumgefragt und eine Diskussion auf verschiedenen Foren im Internet angestoßen, um Unterstützung für meine Idee zu finden. Doch ich habe nur zwei Arten von Antworten erhalten:

Die übliche Antwort der Consultants lautete, dass es nicht mit der “Berufsethik” vereinbar sei, für einen Job zu zahlen. Andere halten die Jobsuche für eine innere – gewissermaßen religiöse – Angelegenheit. Lächerlich.

Doch wieso sollte dieser Gedanke moralisch anstößig sein? Blühen nicht die kostenpflichtigen Websites, die nichts anderes machen als Jobs zu aggregieren, die andernorts ausgeschrieben sind. Und auch die sozialen Netzwerke, auf denen man Jobs finden und sich austauschen kann, sind kostenpflichtig.

Dabei liegen die Vorteile des Einsatzes eines Headhunters, um einen Job zu finden, auf der Hand: Man findet auf einem Arbeitsmarkt sehr schnell einen Job, der einem ständigen Wechsel unterliegt und der viel Flexibilität verlangt. Die Beschäftigten wären viel eher geneigt, ihr Unternehmen zu verlassen und ihr Glück anderswo zu versuchen. Die wachsende Fluktuation wäre sowohl für die Kandidaten als auch für die Arbeitgeber interessant.

Wie viele Personen kennen Sie, die völlig demotiviert sind, die sich nicht mehr an ihrem Arbeitsplatz wohl fühlen und nur noch minimale Leistung erbringen? Und die dennoch aus Angst bleiben, anderswo nichts zu finden oder sich einfach nur zu verändern.

Die Möglichkeit, einen Headhunter zu engagieren, könnte dazu beitragen, sich über innere Blockaden und andere Hindernisse hinwegzusetzen. Es wurde viel über das Ende der unbefristeten Beschäftigung debattiert – mein Vorschlag ist rentabel und profitabel: Es handelt sich um eine wahre Win-win-Situation für ihr Gehalt, das Unternehmen und den Headhunter.

Außerdem könnte ich gelassen sagen, dass es sich nicht um mein Problem, sondern um das anderer handelt. Es gibt ein Sprichwort, das den Sachverhalt in besonderer Weise trifft: “Es kommt nicht darauf an, welche Katze die Maus fängt.”

Falls sich also unter den Lesern ein Headhunter findet, der bereit ist, mich an ein Unternehmen zu verkaufen, dann bin ich dabei.

Der Gastkommentar wurde von unserer französischen Website übersetzt.

Kommentare (2)

Comments
  1. freue mich schon auf die “deutschen” Kommentare zu diesem Artikel…

  2. Ich kann deine Idee zwar auf eine gewisse Art verstehen, aber deine Argumentation nachvollziehen kann ich nicht. Ich will dir eine Anregung geben: Ein Vermittler verdient seine Provision damit, indem er erfolgreich vermittelt bzw. platziert. Ist der Kandidat nach einer Platzierung suboptimal, ist das schlecht für den Track Record des Vermittlers, da sich ein Team dann eher für die Mandatierung einer anderen Bude entscheidet. Robert Half, Huxley etc. bekommen im IB nicht die Mandate, weil sie Quantität, sondern Qualität vermitteln. Daher screenen sie auch vorher die Kandidaten. Es geht um Glaubwürdigkeit. Kunden (also dein möglicher Arbeitgeber) mit wenig Zeit wollen nicht mit suboptimal passenden Kandidaten gestalkt werden. Da ist das Mandat auch schnell mal weg. Also meiner Meinung nach, würde ein nicht qualifikationsgerechtes Vorstellen von einer Masse an Kandidaten, die dafür zahlen, den Vermittlern ihre Basis wegnehmen. Da ist ein aufgebautes Netzwerk schnell auch wieder weg…

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