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Rückstellungen verhageln Ergebnis: Bei der UBS verdienen nur Amis und Briten mehr

UBS

Obgleich die UBS die Kleinigkeit von 1,8 Mrd. Franken für die Kosten von Rechtsstreitigkeiten zurücklegte, kletterte der Reingewinn im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Drittel auf 763 Mio. Franken. Damit summiert sich das Ergebnis im Gesamtjahr auf bislang 2,7 Mrd. Franken, was ein Plus von 10,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Die UBS profitierte dabei allerdings von einer Steuergutschrift von rund 1,3 Mrd. Franken.

Auch der Personalaufwand legte leicht auf 11,5 Mrd. Franken zu. Während sich die Mitarbeiter in den eher angelsächsischen Geschäftsbereichen über höhere Vergütungen freuen dürfen, wird anderswo kräftig gespart. Konkret:

UBS kann im Aktiengeschäft glänzen

Im Investment Banking, von dem nur das lokale Geschäft und der Währungshandel in der Schweiz angesiedelt sind, kletterten der Personalaufwand pro Kopf in 2014 um 4,8 Prozent auf etwa 275.600 Franken. Angesichts der Tatsache, dass der Geschäftsbereich im dritten Quartal einen Verlust von 1,3 Mrd. Franken schrieb und auch im Gesamtjahr 280 Mio. Verlust anstehen, stellt dies eine gute Nachricht für die betroffenen Mitarbeiter dar.

In den Verlusten ist allerdings auch der Löwenanteil der Rückstellungen für die Rechtsstreitigkeiten verbucht worden. So verwundert es kaum, dass sich die Aufwands-Ertrags-Quote von 70,3 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 104,3 Prozent in 2014 verschlechterte. Das Investment Banking musste für jeden Franken Ertrag also gut 1,04 Franken auf den Tisch legen – kein gutes Geschäft.

Doch es gibt auch Lichtblicke: So konnte die Sparte ihre Erträge im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 1,9 Mrd. Franken steigern. Im Aktiengeschäft erzielte die Bank sogar die höchsten Erträge seit vier Jahren. Hierin mag ein Grund liegen, wieso laut Finanzchef Tom Naratil die Boni nach oben zeigen.

Wealth Management Americas kann trotz Rekordzahlen nicht überzeugen

Noch stärker stiegen die Vergütungen in Wealth Management Americas. Jenseits des Atlantiks ließ die UBS für jeden Mitarbeiter durchschnittlich 238.700 Dollar springen, was ein Plus von 5,6 Prozent bedeutet. Allerdings legten die Erträge in den ersten neun Monaten auch um 8,8 Prozent auf knapp 5,7 Mrd. US-Dollar zu. Der Vorsteuergewinn kletterte sogar um 13,5 Prozent auf 764 Mio. Franken.

Finanzchef Naratil jubelte, dass die Sparte bei Erträgen und Produktivität je Kundenbetreuer Rekordwerte verzeichne. Trotz dieses Erfolgs liegt die Aufwands-Ertrags-Quote mit 86,8 Prozent sehr hoch.

Ergebnis im Wealth und Asset Management leicht verschlechtert

Doch diesseits des Atlantiks müssen die Mitarbeiter die Gürtel enger schnallen. Im Wealth Management (außerhalb Amerikas) trugen die Mitarbeiter durchschnittlich nur 150.300 Franken nachhause, was 1,4 Prozent weniger als in 2013 waren. Obgleich die Erträge in den ersten neun Monaten um 3,4 Prozent auf 5,9 Mrd. Franken zulegten, purzelte der Vorsteuergewinn um 5,3 Prozent auf 1,7 Mrd. Franken. Bei der Aufwands-Ertrags-Quote wirtschaftete die Sparte mit 71,5 Prozent deutlich günstiger als ihr amerikanisches Pendant.

Noch kräftiger ging es bei den Vergütungen im Asset Management bergab, wo sich die Bezüge um durchschnittlich 4,9 Prozent auf 166.700 Franken verringerten. Allerdings verzeichnete der Geschäftsbereich einen Einbruch beim Vorsteuerergebnis von 14,6 Prozent auf 381 Mio. Franken. Mithin verschlechterte sich die Kostenquote von 69,3 auf 72,9 Prozent.

Filialgeschäft bleibt Milchkuh des Konzerns

Im Privat- und Firmenkundengeschäft, der Schweizerischsten aller Sparten, musste sich jeder Beschäftigte mit 112.700 Franken begnügen, was ein Minus von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Der Bonus dürfte in diesem Jahr also etwas geringer ausfallen.

Dabei lag der Vorsteuergewinn mit knapp 1,6 Mrd. Franken sogar über dem Vorjahresniveau. Kein Wunder, dass die Kostenquote sich auf 59,2 Prozent verbesserte. Kein anderer Geschäftsbereich arbeitet also auch nur annährend so wirtschaftlich wie das Filialgeschäft.

Personalabbau im Back Office absehbar

Unterdessen kündigte Finanzchef Naratil an, auch weiterhin auf die Kostenbremse zu treten. Dabei habe die Bank die IT- und die Prozesse als entscheidende Kostentreiber identifiziert. Durch eine „Front-to-Back-Optimierung“ will die UBS hier kräftig Geld einsparen. 50 Prozent aller Sparmaßnahmen entfielen auf dieses Projekt. Folglich dürfte der Schwerpunkt des Personalabbaus künftig auf dem Back Office liegen.

 

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