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CEBS zeigt ihre Folterinstrumente: Europäische Bankenregulierer einigen sich auf Bonusrichtlinien

Das Komitee der europäischen Bankaufsichtsbehördern (CEBS) in London hat am vergangenen Freitag (10. Dezember) die neuen Vergütungs-Richtlinien für Banken veröffentlicht – sie sehen neue Folterinstrumente von Bonusbegrenzungen etc. vor, von denen eFinancialCareers hier einige auflistet.

Allerdings handelt es hierbei nur um Richtlinien, die noch in nationales Recht umgesetzt werden müssen. Laut der deutschen Finanzmarktaufsicht BaFin gilt für Deutschland beispielsweise neuestens die Vergütungsverordnung. Dennoch dürften die Empfehlungen der CEBS bei der künftigen Entwicklung der Vergütungsverordnung nicht unberücksichtigt bleiben, wie die Erfahrung lehrt.

Dabei sind einige der Richtlinien schon lange bekannt und in der Verordnung bereits berücksichtigt. So bleiben die komplexen Regeln zur verzögerten Auszahlung auch weiterhin in Kraft. (40 bis 60 Prozent müssen wenigstens über drei Jahre verzögert ausbezahlt werden und nur die Hälfte der Sofortauszahlungen dürfen in bar erfolgen).

Dennoch fallen die endgültigen Regeln der CEBS in so manchem Punkt besser aus als in den ursprünglichen Entwürfen

Garantieboni werden untersagt, die Mitarbeiter am Weggang hindern sollen

Auch ab Januar wird es möglich bleiben, neu eingestellten Mitarbeitern einen Garantiebonus von bis zu einem Jahr unter außergewöhnlichen Umständen zu versprechen. Allerdings ist es künftig untersagt, Mitarbeitern einen Garantiebonus zu gewähren, um diese von einem Weggang abzubringen. Damit wird es schwieriger, Beschäftigte durch ein interessantes Gegenangebot vom Weggang abzubringen.

Höhere Transparenz bei den Vergütungen

Die Transparenz bei der Bezahlung wird künftig steigen. Denn die Veröffentlichungspflichten gehen deutlich über das bisher Übliche hinaus. So müssen die Informationen über die Vergütungshöhe auf den jeweiligen Geschäftsbereich heruntergebrochen werden. Das gleiche gilt für die Vergütungen an das Senior Management sowie an das Personal, das einen entscheiden Einfluss auf das Risiko ausübt.

Die Veröffentlichungs-Pflicht der Vergütungen aufgeschlüsselt nach Geschäftsbereichen dürfte eine gute Nachricht für die Mitarbeiter darstellen, da so endlich ein Vergleich zwischen den verschiedenen Abteilungen einer Bank möglich wird. Aus dem gleichen Grund könnten sich diese Regelungen zu einem Albtraum für die Banken entwickeln, da somit auch die Quersubventionierung von Geschäftsbereichen offenkundig wird.

Regeln erstrecken sich auch auf nichteuropäische Mitarbeiter von EU-Banken

Die Lobbyisten der EU-Banken haben immer wieder argumentiert, dass schärfere Vergütungsregeln für EU-Banken auf den Weltmärkten einen Wettbewerbsnachteil bedeuten würden. In diesem Punkt scheinen die Befürchtungen der Banken wahr geworden zu sein. Denn nach den CEBS-Vorstellungen unterliegen beispielsweise die indischen Mitarbeiter der Deutschen Bank oder die brasilianischen der HSBC den gleichen Richtlinien wie ihre europäische Kollegen.

“Die Vergütungsgrundsätze und Praktiken sollten für jede Niederlassung einer Institution aus dem Europäischen Wirtschaftsraum EEA gelten, die offshore angesiedelt sind, inklusive den Ländern außerhalb der Rechtssprechung des Europäischen Wirtschaftsraumes”, heißt es in den CEBS-Richtlinien.

Dennoch können die Vergütungsregeln “aufgehoben” werden, falls die außereuropäischen Niederlassungen nach einem anderen Geschäftsmodell arbeiten. Dabei darf es sich jedoch weder um eine Umgehung der EU-Vergütungsrichtlinien handeln noch dürfen diese Niederlassungen einen nachhaltigen Einfluss auf das Gesamtrisiko der Banken haben.

Partner in Hedgefonds können sich um die neuen Regeln drücken

Eine gute Nachricht haben die CEBS-Richtlinien ausgerechnet für Hedgefondsmanager parat. Denn laut der CEBS sind Dividendenzahlungen an die Partner “von diesen Richtlinien nicht betroffen.”

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